Kokzidiosebehandlung-oral
Dr. Sabine Schütze, LWK Nordrhein-Westfalen | am

Saugferkeldurchfall keine Chance geben

Saugferkeldurchfall ist ein häufiges Problem im Abferkelstall. Eine mögliche Ursache ist Kokzidienbefall. Lesen Sie, welche Symptome bei einer Kokzidiose auftreten und was Sie bei der Behandlung beachten müssen.

Viele Landwirtinnen und Landwirte kennen das Bild: Man betritt den Abferkelstall und sieht wässrigen Durchfall und fleckige, ausgetrocknete Ferkel, die sich auf Ferkelheizung oder Sau stapeln. Saugferkeldurchfall tritt oft auf und ist für alle Beteiligten frustrierend. Meist sind Ferkel vom zweiten bis zum sechsten oder siebten Lebenstag betroffen, oft Jungsauenwürfe. Die Ferkel können leicht oder schwer erkranken. Manchmal sterben ganze Würfe.

Mit Impfungen vorbeugen

Um der Ursache auf die Spur zu kommen, ist es nötig, Umgebung, Management, Fütterung und mögliche Infektionserreger unter die Lupe zu nehmen. Gegen die meisten typischen bakteriellen und viralen Durchfallerreger wie E. coli, Clostridien oder Rotaviren kann eine Mutterschutzimpfung eine gute Vorbeuge sein.  Besonders wichtig ist die Impfung der Jungsauen. Bei parasitenbedingtem Durchfall, zum Beispiel durch Kokzidien, helfen Impfungen aber nicht. Kokzidiose wird durch den Erreger Cystoisospora suis verursacht. Die Erkrankung betrifft fast ausschließlich Saugferkel, da sie schon kurz nach der Geburt infektiöse Kokzidien-Oozysten aus der Umgebung aufnehmen. Diese gelangen in den Dünndarm, befallen dort die Darmzellen und rufen eine Entzündung hervor. 

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Folgen der Kokzidiose

Bei sehr jungen Ferkeln können vermehrt Todesfälle auftreten, vor allem im Falle einer Coinfektion mit Clostridien. Typisch für eine Kokzidiose ist der "Zehn-Tage-Durchfall". Die Kotkonsistenz ist in der Regel gelblich fettig bis pastös, aber auch halbflüssiger (wie "After-Sun-Lotion") bis flüssiger Durchfall ist möglich. Anschließend zeigen die betroffenen Tiere ein verzögertes Wachstum bis hin zum Kümmern. Die Erkrankung betrifft fast ausschließlich Saugferkel, da sie schon kurz nach der Geburt infektiöse Kokzidien-Oozysten aus der Umgebung aufnehmen. Diese gelangen in den Dünndarm, befallen dort die Darmzellen und rufen eine Entzündung hervor. Die Folge ist die Schädigung der Darmzotten, die zur Aufnahme von Nährstoffen nötig sind.

Kokzdiose behandeln

Kokzidiendurchfall lässt sich effizient mit dem Antiparasitikum Toltrazuril behandeln. Dieses gibt es zur oralen Anwendung oder zur Injektion. Das Injektionspräparat ist auch als Kombipräparat mit Eisen erhältlich, sodass keine zusätzliche Spritze notwendig ist. Ausreichende Wasserversorgung, zusätzliche Elektro- lyte und natürlich Wärme tun den Ferkeln gut. Um Ferkel und Ferkelnest möglichst trocken zu halten, haben sich Einstreu oder Hygienepulver bewährt. Falls das Krankheitsbild trotz Toltrazuril weiterhin auftritt, können dies die Ursachen sein: 

  • Zu späte Behandlung: Bei einer Behandlung nach dem dritten Lebenstag hat die Infektion bereits stattgefunden, denn die Ferkel nehmen die infektiösen Parasitenstadien nach der Geburt über das Maul auf, meist über kotverschmutzte Oberflächen.
  • Unterdosierung: Bei der Verabreichung von Toltrazuril sollte man sich immer an die Anweisungen des Hoftierarztes halten.
  • Fehlende oder falsche Desinfektion: Hygiene spielt bei der Kokzidienbekämpfung eine sehr große Rolle. Die Tiere scheiden die Oozysten massenhaft mit dem Durchfall aus. Da der Kot in der Regel sehr schmierig und fettig ist, muss man ordentlich waschen.

Bei Kokzidieninfektionen gibt es keinen saisonalen Verlauf. Hat ein Betrieb einmal mit Kokzidiendurchfall zu kämpfen, muss neben der Behandlung auch immer das Hygienekonzept stimmen, da sich die Parasiten sonst hartnäckig im Bestand halten.

Den ganzen Artikel zum Saugferkeldurchfall finden Sie in der aktuellen Ausgabe der LAND & FORST 38/21. 

Inhalte der Ausgabe

  • Unkraut einfach weglasern - neue Möglichkeiten in der Landwirtschaft
  • Der Putenmarkt reagiert drastisch auf hohe Futterkosten und niedrige Erlöse
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