Wolf

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Christel Grommel | am

Schäfer bekommt keine Waffenerlaubnis zur Wolfsabwehr

Schäfer Wendelin Schmücker aus dem Landkreis Harburg darf seine Schafe nicht mit einer Waffe vor dem Wolf schützen.

Das Verwaltungsgericht Lüneburg wies heute (6. September) eine entsprechende Klage des Schäfers ab. Schmücker hatte auf die Erteilung waffenrechtlicher Erlaubnisse zum Erwerb und Führen einer Flinte im Kaliber 12 sowie auf Erteilung einer Schießerlaubnis geklagt. Die Stadt hatte zuvor entsprechende Anträge abgelehnt, wie das Gericht mitteilte. Der Schäfer hatte argumentiert, dass er mit der Flinte Wölfe abschrecken und notfalls auch töten könne, die sich seiner Schafherde nähern.

Rechtslage macht die Erlaubnis nicht möglich

Das Gericht begründete das Urteil: Schmücker sei durch Wolfsübergriffe in der Vergangenheit persönlich und wirtschaftlich betroffen. Ein Interesse des Klägers, Wölfe zum Schutz der Herde mit einer Schusswaffe zu töten oder zu verletzen, sei nach der derzeitigen Rechtslage aber nicht anzuerkennen. Der Wolf stehe sowohl europarechtlich als auch national nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) unter strengem Schutz. Schmücker hatte erst im Gerichtsverfahren den Antrag gestellt, ihm hilfsweise die Benutzung einer Flinte mit Gummigeschossen zu erlauben. Dies hatte ebenfalls keinen Erfolg. Er müsse zunächst einen dahingehenden Antrag bei der Stadt Winsen stellen, hieß es. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Schmücker kann noch beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht die Zulassung der Berufung beantragen.

Mehrere Angriffe auf die Herde

In der Vergangenheit gab es bereits drei Wolfangriffe auf die Schafe von Schmücker, beim ersten seien drei Tiere getötet worden, 18 hätten wegen ihrer schweren Verletzungen eingeschläfert werden müssen. Mittel für wolfsabweisende Zäune habe er bisher nicht beantragt, sagte Schmücker. Darin sehe er als Wanderschäfer keinen Sinn. Wendelin Schmücker ist Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung und Mitglied bei den Freien Bauern.

Marco Hintze, stellvertretender Bundessprecher der Freien Bauern, sagte im Vorfeld der Verhandlung: „Die waffenrechtliche Erlaubnis für eine solche Notwehr ist sicher eine Notlösung, aber die einzige funktionierende Antwort darauf, dass unsere friedlichen Weidetiere derzeit dem Raubtier hilflos ausgeliefert sind.“

Weidetierhalter in Niedersachsen haben Angst um ihre Schafe, Ziegen, Rinder und Ponys. Erst am Wochenende traf es das Pony von Ursula von der Leyen, das höchstwahrscheinlich von einem Wolf auf der Weide gerissen wurde.

Mit Material von Freie Bauern, dpa
Ursula von der Leyen auf Pferd - von der Leyens Pony von Wolf gerissen

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