Mastschweine
Laura Schneider | am

Schlachtreife Schweine bremsen?

Die LWK Niedersachsen hat Fütterungsstrategien getestet, um die Zunahmen von Schweinen zu reduzieren, wenn sich Ablieferungstermine verschieben.

Bei einem Verbringungsverbot bei Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) können Schweine nicht wie geplant geschlachtet werden. Es kommt schnell zum Stau in den Ställen. Gleiches gilt bei vorübergehenden Schlachthofschließungen, wie sie kürzlich durch Corona ausgelöst wurden.

Schweinehalter müssen in diesem Fall Folgendes beachten:

  • Sie müssen die Tiere so füttern, dass diese im Wachstum gebremst und gleichzeitig satt werden.
  • Sie sollten die Schweine möglichst noch bedarfsgerecht versorgen, damit die Klassifizierung nicht leidet.
  • Die verlängerte Mast sollte nicht teurer sein.

Diese Herausforderung hat die LWK Niedersachsen zum Anlass für einen Fütterungsversuch genommen.

Fütterung mit Sättigungsfutter

Zwei frühere Versuche zeigen, dass Schweine mit üblichem Futter durchaus bis 140 kg gemästet werden können. Das Zunahmeniveau sank nicht und der Futteraufwand änderte sich nicht dramatisch, aber die Schweine wurden durch die Abrechnungsmaske bestraft.

Im aktuellen Versuch prüfte die LWK, wie sich Sättigungsfutter auf Leistung und Futterkosten schlachtreifer Mastschweine auswirken.

Rationierte Fütterung ab 118 kg

Dazu wurden in der Leistungsprüfungsanstalt Quakenbrück je 40 Ferkel auf zwei Futtergruppen (A und B) verteilt und in Einzelbuchten gehalten. Die beiden Gruppen wurden bis circa 118 kg Lebendgewicht gleich gefüttert.

Ab 118 kg wurde ein energiereduziertes Sättigungsfutter eingesetzt. Bei diesem Gewicht wird üblicherweise ausgestallt. Bis zum Gewicht von 118 kg wurde satt und anschließend über einen Zeitraum von etwa vier Wochen rationiert gefüttert.

Nach Energiebedarf wurden zunächst 3,5 kg/Tag gegeben. Nach zwei Wochen wurde die Tagesration auf 3 kg und eine Woche später auf 2,7 kg reduziert.

Keine Unruhe bei Rationierung

Selbst die Kastraten zeigten auch bei starker Rationierung keine Unruhe, wie etwa vermehrtes Rütteln am Futterautomaten.

Das Sättigungsfutter der Gruppe A bestand aus den drei Hauptkomponenten Gerste, Weizenkleie (20 %) und Melasseschnitzeln (10 %) und hatte einen Energiegehalt von 11,9 MJ ME/kg. Für das Sättigungsfutter B mit je 20 % Melasseschnitzeln und Weizenkleie resultierte ein Gehalt von 11,3 MJ ME/kg.

Tageszunahmen auf 700 Gramm reduziert

In der Mast bis 138 kg erreichten die Schweine in Gruppe A mit 955 g höhere Tageszunahmen als die in Gruppe B mit 936 g. Die Tiere fraßen im Mittel 2,58 kg (A) beziehungsweise 2,51 kg (B) pro Tag.

Mit dem ab 118 kg Lebendgewicht rationiert verabreichten Sättigungsfuttern konnten die Tageszunahmen auf 700 g reduziert werden.

Die Tiere nahmen signifikant mehr Sättigungsfutter A mit weniger Melasseschnitzeln auf als Futter B.

Keine signifikanten Unterschiede bei Schlachtkörpern

Die Klassifizierung der Schlachtkörper erfolgte nach AutoFOM. Die Tiere der Gruppe A erreichten ein Indexgewicht von 0,898, die Tiere der Gruppe B von 0,910. Signifikante Unterschiede in der Schlachtkörperbewertung traten nicht auf.

Die Futterkosten je 100 kg Zuwachs waren gleich: 68,16 € (Gruppe A) und 68,15 € (Gruppe B).

Den vollständigen Artikel mit weiteren Details zum Versuch lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 34/2020 und kostenlos in der digitalen Ausgabe.

Mit Material von Andrea Meyer und Wolfgang Vogt, LWK Niedersachsen

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