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Christa Diekmann-Lenartz | am

Schlachtschweinemarkt: Kommt es zu "Rückstau" in den Ställen?

Die Schlachtschweinepreise befinden sich auf Talfahrt, die Sauennotierungen sind ausgesetzt – und jetzt trifft Corona auch noch die Schlachthöfe. Eine Entwicklung, die Sorge macht, sagt auch Marktexperte Dr. Albert Hortmann-Scholten von der LWK Niedersachsen.

Dr. Albert Hortmann-Scholten von der LWK Niedersachsen ist sehr besorgt. Die Notierungen für Schlachtschweine in Deutschland und in der EU setzen ihre rasante Talfahrt fort. Der Grund dafür sind coronabedingte Absatzprobleme.

Hinzu kommt, dass der Chinaexport längst nicht mehr so lukrativ ist, da Anbieter aus den USA und Brasilien die Preise deutlich drücken. Seit Ende 2019 ist der VEZG-Preis bereits um 42 Cent/kg abgesackt.

Keine Sauennotierung mehr

Beim Preis für Altsauen sieht es nicht besser aus. Laut Marktexperte Hortmann-Scholten war der Preis hier auch bis vergangene Woche um deutlich mehr als 40 Cent/kg eingebrochen.

Aus Sauenfleisch werden häufig Verarbeitungsartikel wie Bratwürste hergestellt. Doch es fehlt an Großabnehmern.

Schlachtsauen: Preissenkungen sind überzogen

Marktbeobachter halten die massiven Preissenkungen der großen Sauenschlachter aber für überzogen. Tönnies hatte vergangene Woche einen Ankaufspreis von nur noch 0,95 Euro/kg veröffentlicht.

Die Marktpreisspanne bei den Verkäufen der Altsauen sei momentan so groß, dass kein mittlerer Erzeugerpreis mehr festgestellt werden könne, so Dr. Hortmann-Scholten. Der Vorstand der VEZG habe deshalb beschlossen, die Preisempfehlung für Schlachtsauen der Kategorie M vorübergehend bis zum 3. Juni 2020 auszusetzen.

Rückgang im Absatz und mit Corona infizierte Schlachthofmitarbeiter

Zu den beschriebenen Rückgängen im Absatz kommt jetzt noch die Ansteckungsproblematik bei den Schlachthofmitarbeitern dazu. Es drohen Schließungen oder zumindest Einschränkungen bei der Arbeit, die die täglichen Schlachtmengen deutlich begrenzen würden.

Absatzeinbrüche und Corona-Ansteckungsgefahren in den Schlachthöfen ergeben zusammen nach Auffassung von Dr. Hortmann-Scholten eine besorgniserregende Gemengelage. Zu Wochenbeginn schlachteten noch alle Schlachthöfe Niedersachsens.

"Rückstau" in den Ställen befürchtet

Es bleibe zu hoffen, dass der Schlachtbetrieb insgesamt weitergeführt werden könne, sonst sei ein „Rückstau“ in den Ställen zu befürchten - negativ aus Gründen des Tierschutzes und der Versorgungssicherheit.

Hortmann-Scholten mahnte Besonnenheit auf Mästerseite an. Überstürzte Verkäufe von Schlachtpartien mit zu leichten Schweinen könnten die angespannte Marktsituation weiter belasten.

Ein positives Zeichen hat seines Erachtens Westfleisch gesetzt: Es wurde eine „Corona-Maske“ eingeführt, die keine Abzüge bei zu schweren Schweinen mehr enthält. Damit sollen Panikverkäufe von Mästern vermieden werden, sie haben etwas mehr Spielraum beim Abliefern.

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