Kupierverzicht: Bei der Haltung von Schweinen mit unkupierten Schwänzen, ist es eine besondere Herausforderung, Schwanzbeißen zu vermeiden.
Laura Schneider | am

Schwanzbeißen: Tiere beobachten und schnell reagieren

Eine gute Tierbeobachtung hilft, Schwanzbeißen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. So sollten Sie dabei vorgehen.

Schwanzbeißen ist ein weltweites Problem in allen Produktionssystemen der Schweinehaltung. Es gibt eine Vielzahl wissenschaftlich erwiesener Ursachen für die Verhaltensstörung. Ein generelles Patentrezept, um Schwanzbeißen zu vermeiden, existiert nicht.

Ein wichtiger Schritt ist allerdings die Tierbeobachtung. Das verdeutlichte Andrea Friggemann von der LWK Nordrhein-Westfalen kürzlich bei einem Online-Seminar des Nationalen Wissensnetzwerks Kupierverzicht.

Eine gute Tierbeobachtung ermögliche es, frühzeitig Auffälligkeiten zu erkennen und gegenzusteuern. So ließen sich Verluste senken und Kosten sparen. Folgende Tipps gibt sie den Schweinehaltern:

Zum richtigen Zeitpunkt beobachten

Nehmen Sie sich in jeder einzelnen Bucht ausreichend Zeit und beobachten Sie die Tiere zu verschiedenen Zeitpunkten. In den Aktivitäts- und Fütterungsphasen fällt besonders gut auf, wenn bei einzelnen Tieren Bewegungsabläufe gestört sind oder das Verhalten abweicht.

Wenn Sie kleine Mengen Raufutter oder ähnliches auf den Boden werfen, erleichtert das die Beobachtung.

 

Erscheinungsbild der Schweine kontrollieren

Bei der Beobachtung sollten Sie laut Friggemann zum einen auf das Erscheinungsbild der Tiere achten. Dazu gehören

  • Abweichungen vom optimalen Ernährungszustand (Kümmerer, auseinanderwachsende Tiere),
  • Körperhaltung und Erscheinungsbild (hundesitzartige Stellung, gekrümmter Rücken, Schonhaltung, Lahmheiten, Entlastung der Klauen, struppiges Haarkleid, glänzende Haut, Kampfspuren)
  • und Ohrrand- oder Schwanznekrosen.

Tierverhalten beobachten

Zum anderen gehöre zur Tierbeobachtung das Verhalten der Schweine. Wichtige Faktoren sind dabei laut Friggemann:

  • Suchverhalten: Sind die Tiere unruhig oder auffällig aktiv, kann das auf Zugluft, Beschäftigungsmangel oder unzureichende Ruhe- oder Futteraufnahmemöglichkeiten hindeuten.
  • Ersatz-Erkundungsverhalten wie Belly Nosing. Dabei massieren die Ferkel in wiederkehrenden Bewegungen mit dem Rüssel den Bauch eines anderen Ferkels, ähnlich wie sie es am Gesäuge der Sau tun, um den Milchfluss zu stimulieren.
  • Aggressionen
  • Haltung des Ringelschwanzes: Ein geringelter Schwanz spricht für Wohlbefinden, Schwanzwedeln für Unruhe. Ein hängender Schwanz drückt Abwehr aus und ein eingeklemmter Schwanz deutet darauf hin, dass ein Tier bereits gebissen wurde. Schweine mit eingeklemmten oder hängenden Schwänzen sollten Sie sofort untersuchen.

Auffälligkeiten dokumentieren

Friggemann rät, auffällige Tiere zu markieren und die Auffälligkeiten mit Datum und Uhrzeit zu dokumentieren. Das ermögliche es, gerade bei Betrieben mit mehreren Mitarbeitern, auf diese Tiere beim nächsten Kontrollgang genau zu achten.

Außerdem erleichtere es die Rückverfolgung und könne helfen, Zusammenhänge von Problemen mit Futterveränderungen, Klimaschwankungen oder Technikausfällen festzustellen.

Bei Schwanzbeißen schnell reagieren

Bei einem Ausbruch von Schwanzbeißen sollten Sie schnell reagieren, indem Sie den Tieren Beschäftigungsmaterial anbieten und verletzte Tiere, wenn möglich aber auch die beißenden Tiere, aus der Gruppe nehmen.

Wichtig ist es laut Friggemann auch, die Entwicklungen nach verschiedenen Maßnahmen genau zu beobachten und den Erfolg zu kontrollieren.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 49/2020 und in der digitalen Ausgabe

Mit Material von Andrea Friggemann, LWK Nordrhein-Westfalen

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Zoonosen in der Tierhaltung - Mit Biosicherheit Risiken minimieren
  • Agrarpolitik: Fragen & Antworten zu den Roten Gebieten
  • Pflanzenbau: Düngeauflagen für Graue Gebiete

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