Schwarzbunte Rinder auf Wiese
Christel Grommel | am

Schwarzbunte Niederungsrinder erleben Renaissance

Das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind wird auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten geführt. Der Landwirtschaftliche Hauptverein für Ostfriesland wirbt für den Erhalt der alten Nutztierrasse.

Die Rasse ist an der Küste gezüchtet worden und kommt daher mit den Gegebenheiten dort gut zurecht. Die für Ostfriesland typischen Rinder leben auch im Winter von einer Ration mit hohem Grundfutteranteil wie Gras- und Maissilage sowie Heu und Stroh. Auf Kraftfutter wird dagegen weitgehend verzichtet. Im Sommer laufen die Tiere auf den großen Weiden an der Küste und genießen dies sichtlich.

Die Haltung des Zweitnutzungsrindes kann eine Alternative sein: Für ökologisch wirtschaftende Höfe, aber auch für konventionelle Betriebe, die einen hohen Grundfutteranteil in der Ration anstreben. Dr. Bernhard Schuirmann vom Landwirtschaftlichen Hauptverein für Ostfriesland sucht noch Bauern, die sich am Aufbau eines neuen Programms für Qualitätsfleisch beteiligen wollen.

Die Fleischqualität stimmt

Die Rinder haben eine gute Fleischqualität und sind deshalb in den letzten Jahren wieder beliebt geworden. Bevorzugt nehmen Hotels und Gastronomie das Fleisch ab, die ihren Gästen etwas Besonderes bieten wollen.

Auch beim Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖLN) stellte man fest, dass ein Interesse am Fleisch alter Nutztierrassen bestehe. Die Verbraucher seien auch bereit, höhere Preise dafür zu zahlen. Allerdings erwarteten die Konsumenten auch einen Mehrwert in Form von regionalen Spezialitäten oder einem für die Rasse typischen Geschmack. Liebhaber des besonderen Fleischs könnten dadurch eine wichtige Rolle für den Erhalt alter Nutztierrassen einnehmen.

Laut einer Erhebung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) waren 2019 in Deutschland 54 von 77 einheimischen Rinder-, Schweine-, Ziegen-, Schaf- und Pferderassen als gefährdet eingestuft. Nur die gesicherte Nachfrage könne landwirtschaftlichen Betrieben ermöglichen, diese alten Nutztierrassen zu erhalten.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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