Ein Schwein wartet im Transporter.
Ellen Hartmann | am

Schweinefleisch türmt sich in den Kühlhäusern

Schon seit dem ersten Corona-Lockdown im vergangenem März gehe der Konsum von Schweinefleisch stark zurück, so die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Ein weiterer Grund für die schleppende Nachfrage sei aber auch die Afrikanische Schweinepest (ASP).

Der Lagerbestand werde seit dem Exportstopp von Schweinefleisch immer größer. "Derzeit wird viel eingefroren", sagt Torsten Staack, Geschäftsführer der ISN in Damme im Landkreis Vechta. Durch die strengen Hygieneregeln in den Schlachthöfen und Corona-Ausbrüche in verschiedenen Betrieben werde momentan in Deutschland weniger geschlachtet.

Weniger Ferkel in der Mast

Daher entstehe ein sogenannter Schweinestau, der über die Weihnachtsfeiertage seinen Höhepunkt erreicht habe. "Da haben wir an der Millionen-Grenze gekratzt", sagt Staack. Die Landwirtinnen und Landwirte hätten jedoch bereits reagiert und würden weniger Ferkel zur Mast in ihre Ställe holen. Das zeigen auch die Zahlen: Im Vergleich zum Vorjahr seien es, laut ISN, fünf Prozent weniger Tiere. Der Schlachtpreis liege dabei bei 1,19 Euro, im Vorjahr waren es durch die China-Exporte noch rund zwei Euro.

Marktsituation bedroht Existenzen

Torsten Staack erklärt: "Wegen des Corona-Lockdowns sind auch andere Absatzmärkte weggebrochen - die Gastronomie und die Kantinen fehlen ebenso wie der Bratwurstverkauf in den Bundesligastadien am Wochenende." Er fordert, dass sich die Bundesregierung um Exporte nach China kümmert. Denn besonders die Märkte in Südkorea und Japan seien wichtig. Auch Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen, sieht die Lage kritisch: "Die wirtschaftliche Situation ist einfach zu schwierig." Ehlers ist sich sicher, dass die Marktsituation viele Halterinnen und Halter von Sauen und Ferkeln zur Aufgabe ihrer Betriebe zwingen werde.

Mit Material von ISN
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