Schweine im Stall

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Christel Grommel | am

Schweinehalter in der Krise - was könnte helfen?

Corona, ASP und Geflügelpest - die Tierhalter stehen unter enormem Druck, Existenzen sind bedroht. Hilfe und Unterstützung sind gefragt.

DBV-Präsident Rukwied hatte bereits schnelle Maßnahmen zur Krisenbewältigung gefordert. Der Schweinestau müsse abgebaut werden, Landwirte müssten schnell und unbürokratisch an Corona-Hilfen kommen. 

Was kann nun konkret von der Politik getan werden?

Das Landvolk Niedersachsen hält angesichts der starken Einbußen bei den Tierhaltern ebenfalls staatliche Unterstützung für angebracht, wies aber darauf hin, dass die Corona-Hilfen von Bund und Land nur sehr begrenzt von Bauern genutzt werden könnten. 

Aktuell versuche das Landvolk Niedersachsen gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) und dem Landwirtschaftsministerium, auf die Ausgestaltung der angekündigten "Überbrückungshilfen III" entsprechend Einfluss zu nehmen, um wenigstens hier eine Unterstützungsmaßnahme auch für die landwirtschaftliche Urproduktion auf den Weg zu bringen.

ASP-Impfstoff beschleunigen

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber forderte verstärkte Anstrengungen von Bund und EU zur Entwicklung eines ASP-Impfstoffs. 

Zudem schlug Kaniber vor, zur sofortigen Entspannung auf der Produktions- und Schlachtseite im Bereich der Spanferkel-Altersklasse die Beihilfen zur privaten Lagerhaltung (PLH) auf diese Altersgruppen zu konzentrieren. So könne ein Schlachtschweinestau schon im Frühstadium verhindert werden und gleichzeitig mehr Schlachtkörper zwischengelagert werden. 

Als weitere Maßnahme schlägt sie vor, den anlaufenden Tierschutzumbau von Zuchtsauenställen mit einem Abbremsen bei der Erzeugung neuer Ferkel zu verbinden. Betriebe, die jetzt in eine Modernisierung ihrer Sauen- und Ferkelaufzuchtställe investierten, sollten einen Förderzuschlag dafür erhalten, wenn sie während der Umbauphase ihre Produktion spürbar zurückführten oder vorübergehend einstellten.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sicherte der Fleischwirtschaft Unterstützung zu. Konkret sagte er zu, sich für eine erneute Allgemeinverfügung mit Ausnahmeregeln zur Ausweitung der Arbeitszeit einzusetzen.

Ein Landwirt fährt mit seinem Traktor auf einem Acker

Landwirte mit Tilgungszuschüssen unterstützen

Die Agrarsprecherin der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen forderte vom Bund, Landwirte beispielsweise mit Tilgungszuschüssen zu unterstützen. So komme staatliche Hilfe gezielt bei denen an, die langfristig weitermachen und sogar investieren wollten. Auch sie brachte wie das Landvolk eine Berücksichtigung der Landwirte bei der Überbrückungshilfe III ins Spiel. 

Die Koalitionsfraktionen in Nordrhein-Westfalen hätten zudem vorgeschlagen, eine Fördermöglichkeit für die Teilnahme von Betrieben an einem ASP-Früherkennungsprogramm zu prüfen. Die Landwirte könnten sich dann von einigen Beschränkungen "freitesten" lassen. 

Der Agrarsprecher der AFD-Fraktion forderte die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, wieder Schweinefleisch nach China exportieren zu dürfen. Die Deutsch-Chinesische Woche böte den perfekten Anlass für entsprechende Verhandlungen.

Mit Material von AgE
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