Kanzlerin Angela Merkel im Bundestag.
Ellen Hartmann | am

Schweinehalter wenden sich mit Hilferuf an Angela Merkel

In einem offenen Brief haben sich fünf Schweinehalter-Verbände aus Ostdeutschland an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Sie fordern mehr Hilfen bei der Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Angela Merkel solle den Kampf gegen die Schweinepest koordinieren und "zur Chefsache" erklären, heißt es von den Verbänden aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Denn nicht alle Länder und Landkreise würden "mit der nötigen Durchsetzungskraft" gegen die Seuche vorgehen.

ASP verursacht Kosten in Milliardenhöhe

Derzeit lägen die Kosten, die die Schweinepest verursache, für die rund 23.000 Betriebe in Milliardenhöhe. "Etliche landwirtschaftliche Betriebe mussten wegen der Folgen der ASP schon aufgeben, viele weitere stehen vor dem Ruin", heißt es in dem Schreiben weiter. Vor allem in der Kritik der Verbände stehe, dass die Ausrottung der Krankheit nicht vorankomme. Es gebe kein Konzept und auch Schutzzäune würden nur schleppend errichtet werden. Ebenso unverständlich sei den Verbänden das Thema der Zuständigkeit: Denn der Bund verweise an die Länder und die Länder wiederum an die Landkreise. Allerdings hätten die Kreise keine ausreichenden finanziellen Mittel, um die ASP einzudämmen.

"Die Seuche wird nicht grundlegend bekämpft"

Weiter heißt es in dem Schreiben an die Kanzlerin: "Bis heute ist kein schlüssiges Eradikationskonzept veröffentlicht worden. Deshalb haben wir selbst ein solches entwickelt – allerdings sind wir damit bei den zuständigen Stellen auf taube Ohren gestoßen. Wir haben den Eindruck, die Seuche wird nicht grundlegend und mit der nötigen Durchsetzungskraft bekämpft, sondern in den Behörden nachlässig sowie rechts- und ermessensfehlerhaft verwaltet."

Konsequenzen für die Schweinefleischbranche

Bereits seit September vergangenen Jahres breitet sich die ASP besonders unter Wildschweinen in Deutschland aus. In Brandenburg und Sachsen konnte die Krankheit bei insgesamt 900 verendeten Tieren nachgewiesen werden. Für Menschen ist die ASP ungefährlich, doch für Hausschweine endet sie tödlich.

Sollte die Seuche auf Hausschweine überspringen, würde dies einen "weiteren ruinösen Preisverfall bewirken". Da wichtige Abnehmer fehlen, sei der Schweinefleisch-Preis bereits stark gefallen. Noch immer bestehen Exportverbote in asiatische Länder.

Mit Material von dpa
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