Weil beim Brand eines Schweinestalls 150 Tiere verendeten, will die Tierschutzorganisation Peta jetzt Strafanzeige erstatten.

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Ellen Hartmann | am

Schweinestallbrand bei Osnabrück: Peta will Strafanzeige erstatten

Vergangene Woche verendeten bei einem Stallbrand in Bissendorf im Landkreis Osnabrück rund 150 Schweine. Die Tierschutzorganisation Peta will nun wegen unzureichender Brandschutzmaßnahmen Strafanzeige erstatten.

Laut einer Pressemitteilung will Peta nach dem Stallbrand im Bissendorfer Ortsteil Uphausen-Eistrup Strafanzeige bei der Osnabrücker Staatsanwalt stellen. Aber warum? Nun, von der Tierschutzorganisation heißt es, dass wegen "mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen möglicherweise billigend in Kauf genommen wurde, dass die Schweine bei vollem Bewusstsein verbrennen". Die Schuld sehe Peta dabei bei "nicht näher benannten Verantwortlichen", berichtet die Neue Osnabrücker Presse (NOZ).

Peta kritisiert fehlende Brandschutzmaßnahmen

Die NOZ kritisiert in ihrem Beitrag zudem, dass die Peta-Anzeige "ähnlich unkonkret" sei. Denn tatsächlich würden keine konkreten Informationen vorliegen, wie die Brandschutzmaßnahmen im Schweinestall ausgesehen habe, gesteht auch Lisa Kainz ein. Sie ist Agrarwissenschaftlerin und bei Peta Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. "Wir beobachten, dass es gang und gäbe ist, dass Brandschutzmaßnahmen in Ställen nicht ausreichend vorhanden oder umgesetzt sind", so Kainz gegenüber der NOZ. Dabei gehe es sowohl um den Innen- als auch um den Außenbereich. Gerade im Innenbereich von Ställen würden laut Peta oftmals Sprenkleranlagen fehlen. Daher kritisiert die Organisation, dass es in und um viele Ställe keine ausreichenden Brandschutzmaßnahmen in Form von Löschwasserversorgung gebe.

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Löschteich direkt in der Nähe

Doch im Fall des Schweinestall-Brandes in Bissendorf liege die Organisation falsch, schreibt die NOZ. Gemeindebrandmeister Torben Preuss habe auf Anfrage der NOZ berichtet, dass es im Umfeld des Stalles einen Teich gegeben habe. Der Teich fasse rund 60.000 Liter Wasser. Auch der nächste reguläre Löschteich befinde sich nur 600 Meter entfernt. "Auch in Anbetracht der ländlichen Lage war der Zugang zu Löschwasser relativ gut", so Preuss. Fraglich bleibe jedoch, wie es in den Innenräumen des Schweinestalls ausgesehen habe. Die Ermittlungen der Polizei laufen. Allerdings deute derzeit viel auf eine technische Ursache des Brandes hin, so ein Sprecher der Polizeiinspektion Osnabrück.

Laut Tierschutzorganisation spiele Tierwohl keine Rolle

Peta will die Anzeige dennoch einreichen: "Wir wollen damit zum einen sicherstellen, dass es tatsächlich eine umfassende Ermittlung im Zusammenhang mit dem Brand gibt", erklärt Kainz. Die Tierschutzorganisation wolle so die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf "grundsätzliche Probleme" lenken. Ihrer Ansicht nach spiele das Tierwohl in bestehenden Brandschutzverordnungen beinahe keine Rolle, sie seien insgesamt auch vollkommen unzureichend. "Und gibt es Neuerungen beim Brandschutz, werden diese in bereits stehenden Ställen nur selten umgesetzt", behauptet Kainz.

Peta stellt routinemäßig Anzeigen bei Stallbränden

Zu Stallbränden komme es immer wieder. In der Region Osnabrück hätten in den letzten Monaten Ställe in Bramsche, bei Gehrde und auch in Bad Rothenfelde gebrannt. Laut NOZ habe Peta bei jedem Stallbrand routinemäßig eine Strafanzeige gestellt. Eine Statistik für Stallbrände fehlt jedoch noch immer, LAND & FORST berichtete.

Mit Material von NOZ
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