LuF_Nebelprobe
Andrea Tölle | am

So funktionieren Schotterspeicher-Lüftungssysteme im Schweinestall

Schotterspeicher-Lüftungssysteme sorgen für ein ausgeglichenes Klima im Schweinestall. Sie reduzieren die natürlichen Temperaturschwankungen auf ein Minimum. Zwei Praxisbetriebe schildern ihre Erfahrungen.

Der Stall mit Schotterspeicher von Landwirt Franz Schachinger aus Aspach in Oberösterreich wird seit März 2016 genutzt. "Im Winter hatten wir in der Nacht bis zu -17 °C und am Vormittag habe ich außen noch -9 °C gemessen. Im Stall hatten wir im Zuluftbereich +8 °C, das kann ein technisches Lüftungssystem nicht", so der Landwirt.

Lüftungssystem wirkt sich auf Schweine aus

Auch die Schwankungen der Tagestemperaturen minimiert das Lüftungssystem: "Teilweise hatten wir tagsüber 28 °C und in der Nacht ging es wieder auf 5 °C runter. Das konnten wir gut abfedern." Der Ausgleich der Tagestemperatur bedeutet weniger Stress für die Schweine und spiegelt sich laut Schachinger auch in den Tiergesundheitsdaten wider. Der Schweinemäster ist überzeugt, dass sich das Lüftungssystem positiv auf das Wohlbefinden seiner Tiere auswirkt: "Das erste Lebensmittel ist die Luft, dann kommt das Wasser und dann erst das Futter. Wir schauen natürlich auf das Futter, das muss auch passen. Aber wenn vorher schon Luft oder Wasser nicht passen, habe ich ein größeres Problem."

Das sind die Kosten:

LuF_Aussenliegender GTS

Ein weiterer Vorteil des Schotterspeichers ist, dass es zu weniger Verschleppungen von Krankheiten im Stall kommt. Die Frischluft steigt von außen direkt in die Abteile und nicht über den Zentralgang. So breiten sich keine Krankheitserreger aus, wenn zum Beispiel Schweine verladen werden. Die Kosten für den Bau des Schotterspeichers beziffert der Mäster pro Mastplatz mit 19 bis 22 Euro. Insgesamt lagen die Investitionskosten für den Neubau etwa bei 550 Euro pro Mastplatz netto. Der Stall wurde gut isoliert und entspricht modernsten Standards.

Abgeschlossener Luftraum nötig

Um zu garantieren, dass die Lüftung effizient funktioniert, muss der Luftraum komplett abgeschlossen sein. Zu Kontrollzwecken bietet sich eine Vernebelung im Stall an, um die Luftströmung zu prüfen und mögliche Defekte zu entdecken. Auch die Hygiene ist bei dem Lüftungssystem sichergestellt. So ist etwa die isolierte Stalldecke einfach und sicher abwaschbar. 

Ausgeglichenes Klima im Abferkelstall

Auch Familie Schrabauer aus dem niederösterreichischen Erlauf sieht den großen Vorteil des Lüftungssystems im Abfedern von Temperaturschwankungen. Im Stall liegt die Temperatur konstant bei rund 16 °C. "Im Sommer hatten wir draußen schon 38 °C und im Stall waren es maximal 24 °C, das ist eine richtig große Spreizung", erklärt Landwirtin Erni Schrabauer. Im Ferkelaufzuchtstall kommt die Luft zuerst über den Unterflurzuluftkanal in den Zentralgang, um den guten Effekt des Schotterspeichers zu nutzen. Anschließend gelangt die Frischluft über eine isolierte Zuluftverteilerdecke in die jeweiligen Ferkelaufzuchtabteile. Ein luftdurchlässiges und zugleich wasserabweisendes Vlies sorgt dafür, dass sich die Luft gleichmäßig verteilt. Die Zuluftdecke lässt sich ganzflächig mit dem Hochdruckreiniger abwaschen.

Einen ausführlichen Beitrag zu den Schotterspeicher-Lüftungssystemen lesen Sie in der LAND & FORST Ausgabe 34/21. 

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