Die Vogelgrippe ist eine für Geflügel und andere Vögel hochgradig ansteckende Viruserkrankung.

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Ellen Hartmann | am

Das sollten Sie über die Vogelgrippe wissen

Seit November 2020 wurden in Niedersachsen über 180 Ausbrüche der Aviären Influenza - auch Vogelgrippe genannt - dokumentiert. Betroffen von der Tierseuche waren dabei über 30 Kommunen. Erst kürzlich wurden wieder Ausbrüche bei Wildvögeln gemeldet. Doch was ist die Vogelgrippe überhaupt?

Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist die klassische Geflügelpest eine besonders schwere Form der Aviären Influenza bei Geflügel und anderen Vögeln. Sie wird durch die hoch pathogene Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 ausgelöst. 

Wassergeflügel bildet einen natürlichen Speicher für Viren

Die Vogelgrippe ist der Tiermedizin bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt, das Virus befällt vor allem Hühner und Puten, ab auch Wasservögel wie Enten und Gänse. Weiter ist die Vogelgrippe eine Tierseuche, die bei Einschleppung in Nutzgeflügelbestände hohe Verluste der Landwirtinnen und Landwirte verursachen kann. Aus diesem Grund müssen frühzeitig Maßnahmen zu Prävention ergriffen werden. Übrigens: Wassergeflügel hat einen natürlichen Speicher für Viren, insbesondere für pathogene Influenzaviren wie die Vogelgrippe. Bei Hühnern und Puten jedoch können diese Viren zur hoch pathogenen Form umgewandelt werden. So triff dann die Geflügelpest auf. 

imago0138859003h.jpg

Maßnahmen gegen die Geflügelpest

Bereits im April 2013 wurde in China der Subtyp H7N9 entdeckt, welches bei Geflügel und anderen Vögeln keine oder nur geringe Krankheitserscheinungen verursachte. Bei Menschen jedoch sei das Virus für mehrere Todesfälle verantwortlich gemacht worden, heißt es hierzu vom BMEL. Aus diesem Grund würden die deutschen Behörden das Infektionsgeschehen in Asien auch sehr genau beobachten.

Hier in Deutschland gibt es Überwachungsprogramme von Wildvögeln und Hausgeflügel, die feststellen, ob Vögel hierzulande mit Aviären Influenzaviren infiziert sind. Aus diesem Grund gibt es auch eine genaue Arbeitsteilung zwischen den Bundesländern und dem Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) - dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Koordiniert wird die Überwachung vom BMEL. 

Was passiert, wenn das Vogelgrippe-Virus festgestellt wird?

Wenn im Rahmen des Monitorings herausgefunden wird, dass sich ein Vogel mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert hat, werden Proben an das Nationale Referenzlabor beim FLI gesendet. Hier können die Expertinnen und Experten dann ermitteln, um welchen Subtypen es sich handelt. Auch werden vermehrte Todesfälle bei Wildvögeln durch die jeweiligen Ländereinrichtungen analysiert. Ist eine Probe positiv, wird diese auch hier an das FLI zur Klärung des Subtyps geschickt. Bei Verdachtsfällen bei Geflügel werden Proben nicht nur zu den Laboren der Länder, sondern auch zum Nationalen Referenzlabor gesendet. 

Was ist die GISAID-Datenbank?

Im Rahmen der Initiative GISAID (Global Initiative of Sharing All Influenza Data) veröffentlichen Forscher aus mehr aus 200 Ländern unentgeltlich die genetischen und epidemiologischen Informationen zu Grippeviren, insbesondere wenig erforschte Erreger. Zusätzlich vernetzt sich die Datenbank weltweit, um Antworten zu auftretenden Problemen wie zum H7N9-Virus geben zu können. Die GISAID-Datenbank wird seit 2011 im Auftrag des BMEL betrieben. 

Kann die Tierseuche durch Reisen eingeschleppt werden?

Da es sich beim Geflügelgrippe-Virus um eine hochgradig ansteckende Erkrankung für Geflügel und andere Vögel handelt. kann sich das Virus in Geflügelbeständen schnell verbreiten. Zusätzlich können besonders pathogene Erregerstämme ebenfalls für Menschen gefährlich sein. Das BMEL appelliert daher an Reisende, dass es in Ländern außerhalb der EU zahlreiche Gefahren der Ver- und Einschleppung von Aviärer Influenza gebe. Unter anderem könnten illegal eingeschleppte Wildvögel, Vogel- beziehungsweise Jagdtrophäen, Federn und Geflügelprodukte (Lebensmittel und Futtermittel) für eine Verschleppung des Virus sorgen. 

"Bitte vermeiden Sie im Reiseland, insbesondere, wenn dort bekanntermaßen die Aviäre Influenza auftritt, direkte Tierkontakte und verzichten Sie auf den Besuch von Geflügelmärkten", heißt es hierzu vom BMEL. 

Mit Material von BMEL

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Schweine im Offenstall mästen
  • Hitzestress bei Kälbern
  • Blattkrankheiten im Mais
  • Moorschutz durch Wiedervernässung

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen