on_Ventilatoren

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Laura Schneider | am

Stallklima: Optimierte Lüftung reduziert Hitzestress bei Milchkühen

Bei Ställen mit freier Lüftung reicht der Luftaustausch im Sommer oft nicht aus. Diese technischen und baulichen Lösungen können helfen.

Die Wohlfühltemperatur einer Kuh liegt zwischen 5 und 15 °C. Kann sie ihre Körperwärme nicht mehr in ausreichendem Maße an die Umgebung abgeben, leidet sie unter Hitzestress.

Anhand einer erhöhten Atemfrequenz lässt sich das gut erkennen: Ein Wert von 30 bis 50 Atemzügen pro Minute gilt als normal. Je höher die Atemfrequenz, desto größer ist der Hitzestress. Die Folgen:

  • eine reduzierte Futteraufnahme,
  • eine geringere Milchleistung mit erhöhten Zellzahlen,
  • vermehrte Fruchtbarkeitsprobleme
  • und insgesamt eine höhere Krankheitsanfälligkeit.

Lüftung mit Ventilatoren unterstützen

on_Strohstall

Die Trauf-First-Lüftung in vielen Rinderställen funktioniert aufgrund der Temperaturunterschiede zwischen innen und außen. Besonders an warmen und windstillen Tagen kommt sie zum Erliegen.

Die Tiere können ihre produzierte Wärme kaum noch an die Umgebung abgeben. Dann ist es in vielen Fällen sinnvoll, die Wärmeabgabe mit einer Unterstützungslüftung durch Ventilatoren zu fördern.

Ventilatoren erhöhen die Luftgeschwindigkeit, steigern den Luftaustausch und verbessern den Kühlungseffekt.

Unterschiedliche Arten von Ventilatoren

on_Lüftungstechnik

Deckenventilatoren mit großen Durchmessern werden häufig mittig über dem Futtertisch (Dachraum) angebracht. Sie drücken die Luft nach unten und von dort nach außen. Im Randbereich des Stalls ist der Kühleffekt deutlich geringer.

Axial-Ventilatoren (zirka ein Meter Durchmesser) werden in der Regel in Längsrichtung über dem Liegeboxenbereich mit einem Abstand von 15 bis 20 m angebracht. Dies entspricht in etwa der Wurfweite der Geräte.

Der Neigungswinkel sollte bei 15 bis 20 Grad liegen. Bei einer Höhe von unter 2,70 m (Ventilatorunterkante) über der Standfläche müssen Ventilatoren ein Schutzgitter haben. Dieses reduziert die Leistung des Ventilators um bis zu 30 Prozent.

Den Stall mit Wasser kühlen

Der Einsatz von Wasser zur Befeuchtung über Verneblungs- oder Berieselungsanlagen erhöht den Abkühleffekt – allerdings nicht bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit: Bei einer Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent können die Kühe keine Wärme mehr abgeben (Saunaeffekt).

Weitere Informationen zur Stallkühlung mit Wasser lesen Sie hier.

Die richtige Ausrichtung des Stalles

Optimal für den Luftaustausch sind Milchviehställe ohne windbremsende Hindernisse und mit hohen Traufen.

Für eine möglichst optimale natürliche Querlüftung spielt die Ausrichtung des Stalles eine wichtige Rolle. Im Idealfall steht er ohne Nebengebäude quer zur Hauptwindrichtung (Süd-West).

Liegt eine Giebelseite in Hauptwindrichtung können Lochbleche im Giebelbereich die Luftzuführung verbessern.

Offene, hohe Traufen und eine entsprechend dimensionierte Firstentlüftung sorgen für eine gute Lüftung. Der Dachüberstand sollte nicht zu kurz sein, um Sonnenschutz für die äußere Liegeboxenreihe zu gewährleisten.

Das optimale Dach

Helle und wärmegedämmte Dächer sind vorteilhaft. Sie reduzieren den Wärmeeintrag durch das Dach und vergrößern den Temperaturunterschied zwischen außen und innen. Die Folge ist eine bessere Thermik und erhöhter Luftaustausch.

Die Mehrkosten für die Dachdämmung, beispielsweise über gedämmte Sandwichelemente, liegen bei 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Für eine vergleichbare Dämmwirkung sorgt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Lichtplatten sollten nicht auf den Dachflächen mit südlicher und westlicher Ausrichtung zum Einsatz kommen, um direkte Sonneneinstrahlung auf die Tiere zu vermeiden.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 12/2021 und in der digitalen Ausgabe.

Mit Material von Alfons Fübbeker, LWK Niedersachsen
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