Puten im Stall
Christel Grommel | am

Strengere EU-Antibiotika-Regeln bei Tieren abgelehnt

Der grüne EU-Abgeordnete Martin Häusling ist mit seinem Anliegen gescheitert. Er wollte strengere Regeln für die Antibiotika-Behandlung von Tieren durchsetzen.

Sein Einwand gegen Pläne der EU-Kommission fand heute vor dem Europaparlament keine Mehrheit. 

Häusling und der Umweltausschuss des EU-Parlaments hatten erreichen wollen, dass künftig fünf Antibiotikagruppen vor allem Menschen vorbehalten sein sollen. Nur in Ausnahmefällen sollten diese an einzelne, kranke Tiere verabreicht werden dürfen. Ziel war, den massenhaften Einsatz dieser Stoffe in der Tiermast zu beenden, um Antibiotikaresistenzen vorzubeugen.

Keine Liste mit verbotenen Stoffen

Die Vorschläge hatten Protest beim Verband praktizierender Tierärzte ausgelöst. Der Verband startete eine Unterschriftenaktion gegen die Pläne, die zahlreiche Tierhalter unterzeichneten. Sie fürchteten um die medizinische Versorgung ihrer Tiere. 

Es wird nun bei den ursprünglichen Plänen der EU-Kommission bleiben. Diese sehen zunächst keine konkrete Liste von Stoffen vor, die künftig bei Tieren verboten sein sollen. Die EU-Kommission präsentierte Kriterien für die Auswahl von künftigen Reserveantibiotika: etwa eine hohe Bedeutung für die menschliche Gesundheit und ein "nicht-essenzieller" Bedarf in der Tiermedizin.

Antibiotikaeinsatz sinkt

Die AHO Redaktion Großtiere begrüßte die Entscheidung. 

Ein ganzes Paket von Maßnahmen führe in der Tiermedizin inzwischen zu einer eng kontrollierten Anwendung von Antibiotika. Die Maßnahmen reichten von der Erfassung der in der Veterinärmedizin verbrauchten Antibiotikamengen über Einschränkungen und Leitlinien zu deren Abgabe und Anwendung bis hin zum Resistenzmonitoring und der Erfassung von Resistenzdaten bei der Zulassung von Tierarzneimitteln.

Diese Anstrengungen hätten in den letzten zehn Jahren europäisch und national zu einem deutlichen Rückgang der Abgabe von Antibiotika geführt. In Deutschland beträgt der Rückgang nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in diesem Zeitraum 60,7 %.

Mit Material von dpa, AHO
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