Thomas Müller mit Pferden

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Sepp Kellerer | am

Thomas Müller: Fußball und Pferdezucht

Der „Raumdeuter“ ist bei Pferdezucht, Tierhaltung und Landwirtschaft sehr bodenständig. Nach der Fußballkarriere will er sich verstärkt dem Reiten widmen.

Thomas Müller ist nicht nur ein begnadeter Fußballspieler sondern auch ein begeisterter Pferdezüchter. Im Interview mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt hat er gemeinsam mit seinem Partner Walter Wadenspanner Einblick gegeben in seine Zuchtziele und -strategien. Auch zur Tierhaltung und zur Landwirtschaft hat er Position bezogen. Und er hat verraten, dass er nach seiner Fußballkarriere vermehrt in den Sattel steigen möchte.

Als Züchter schon länger im Geschäft

Als Züchter und Stutenhalter ist Thomas Müller schon länger im Geschäft, inzwischen hat er auch eine Hengststation. Der Grund dafür: Als der Hengst D‘avie als Nachwuchs-Grandprix-Pferd gekauft wurde, sollte das wertvolle Genmaterial auch für die Zucht erhalten werden. Gemeinsam haben die befreundeten Familien Müller und Wadenspanner die Chancen ausgelotet und den Schritt gewagt. „Walter Wadenspanner hatte mit seinem selbst gezogenen Va Bene gerade die erste Saison hinter sich. Dadurch hat uns ein wenig die Euphorie gepackt und bisher läuft es spitze“, erklärt Thomas Müller. Der Service vom Zuchthof Wadenspanner komme sehr gut an und mit den Hengsten D’avie, Va Bene und Feliciano sei man sehr gut aufgestellt.

Gefühlsachterbahn Zucht

Im Umgang mit Tieren hat der Fußballstar eine sehr große Bandbreite an Gefühlsachterbahn erlebt, von der Freude über eine gelungene Geburt bis zur Trauer über den Verlust eines Pferdes. Am meisten Spaß macht ihm das Begleiten der Tiere beim Aufwachsen: „Wenn so eine Jungpferdeherde über die Koppel galoppiert, der Boden so leicht bebt, das macht einfach Freude beim Zuschauen.“ In der Zucht reizt ihn, Entscheidungen zu treffen, zu analysieren, ob eine gute Anpaarung gewählt wurde und welche Eigenschaften oder Merkmale verbessert werden sollen.

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Schwerpunkt auf dem Grand-Prix-Sport

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Müller ist sich bewusst, dass er günstigere Voraussetzungen hat als andere Tierhalter. Er versuche, es so einzurichten, dass man selber meint, es geht den Pferden gut. Und er ergänzt: „Normale Betriebe, die Tiere halten, lieben ihre Tiere auch und kümmern sich auch gut um sie. Sie haben aber andere Voraussetzungen wie sie ihre Pferde oder Kälber halten können. Die müssen auch ein wenig mehr auf die Effizienz schauen.“

Züchterisch legt Müller den Schwerpunkt auf den Grand Prix-Sport: „Ich will ein aktives und schnell abfußendes Hinterbein haben. Die Schulterfreiheit brauchst Du immer, gerade natürlich auch, was die Fohlen betrifft und die Jungpferde. Für mich ist die Bewegungsqualität wichtig und natürlich schau ich bei den Hengsten, wie weit die im Sport schon selber gekommen sind, wie sie sich präsentieren. Die müssen schon eine Arbeitseinstellung mitbringen.“

Thomas Müller hat einen Bezug zur Landwirtschaft

Nach seinem Bezug zur Landwirtschaft gefragt, verweist Thomas Müller darauf, dass er jetzt auf dem Land lebt und auf dem Dorf aufgewachsen ist. Ein Onkel hatte einen ganz normalen Milchviehbetrieb, ein anderer auch schon immer Schafe. Seit er Gut Wettlkam bewirtschaftet kennt er die Maschinen rund um die Heuernte noch ein wenig genauer. Und er kann besser verstehen, warum früher der Onkel nervös geworden ist, wann er sein Heu reintut.

„Mit der landwirtschaftlichen Produktion und mit dem was nötig ist, um ein gutes Ergebnis zu erzielen und den Betrieb auf gesunde Beine zu stellen, kenne ich mich tatsächlich zu wenig aus“ gibt Müller offen zu. Ihm fällt aber auf, dass in der heutigen Zeit ist viel mit dem Finger auf andere gezeigt wird, und dass das eben im Internet leicht verbreitbar ist.

Fußballstar Müller will auf Turnieren reiten

Sein Vertrag mit Bayern München schränkt zwar das Reiten nicht ein, aber Müller ist es selber sehr wichtig, dass er auf dem Fußballplatz weiterhin fit ist. In Zukunft möchte er seine Reitkünste weiter verbessern. „Irgendwann will ich auf ein Turnier gehen und mich diesem ganzen Prüfungsstress aussetzen, mal nachfühlen, wie das sich so anfühlt“, erzählt er. In welche Richtung, das ist noch offen: Bei der Dressur ist es die Suche nach Perfektion in der Kommunikation zwischen Pferd und Reiter. Dass das schön aussieht und trotzdem mit enormer Körperspannung funktioniert. „Das miteinander zu erarbeiten, das fasziniert mich“, so Müller. Aber auch das Springen reizt ihn: „Ich kann ich mir vorstellen, dass das einen gewaltigen Adrenalinkick gibt. Da brauchst koan Espresso vorher.“

Pferdehufe im Matsch

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