Wildschwein
Christel Grommel | am

Ticker: Afrikanische Schweinepest in Deutschland und die Folgen

Die Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland angekommen. Alle Neuigkeiten zur ASP lesen Sie hier.

+++ 26. September, 17:20 +++

Das BMEL informiert, dass sich der amtliche Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem weiteren Wildschwein in Brandenburg bestätigt hat. Das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – hat die Tierseuche in der entsprechenden Probe nachgewiesen. Der Fundort liegt innerhalb des Kerngebiets.

Insgesamt gibt es damit 35 bestätigte Fälle.

+++ 26. September +++

Niedersachsens Agrarstaatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen ist mit den Ergebnissen der Agrarministerkonferenz (AMK) im Saarland zufrieden.

"Die Ausbreitung der ASP können wir nur verhindern, wenn Bund und Länder jetzt an einem Strang ziehen. Die heutigen Beschlüsse sind eine gute Grundlage für diese schwierige, gemeinsame Aufgabe!" 

Der Agrarstaatssekretär machte in diesem Zusammenhang noch einmal deutlich, dass Niedersachsen auf die ASP gut vorbereitet ist und diverse Maßnahmen umgesetzt habe. Dazu gehören unter anderem die Sensibilisierung von Schweinehaltern, Jägern, Viehhändlern und Transportunternehmen, die intensivere Bejagung von Wildschweinen sowie die regelmäßige Durchführung regionaler und landesweiter Übungen. 

+++ 25. September, 17:37 +++

Der amtliche Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat sich bei zwei weiteren Wildschweinen in Brandenburg bestätigt. Das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – hat die Tierseuche in den entsprechenden Proben nachgewiesen. Die Fundorte liegen innerhalb des gefährdeten Gebiets.

Insgesamt gibt es damit jetzt 34 bestätigte Fälle.

+++ 25. September +++

Zum Abschluss der Agrarministerkonferenz im Saarland gab Julia Klöckner an, dass man sich auf eine gemeinschaftliche Finanzierung des Zaunbaus geeinigt habe. Die Länder werden sich untereinander solidarisch verhalten. Als Bund wurde mit der EU-Kommission geklärt, dass eine Ko-Finanzierung möglich ist. Weiterhin sei es aber dennoch wichtig, dass die Länder weitere wirksame Maßnahmen ergreifen, wie etwa eine verstärkte Kadaversuche und die genaue Eingrenzung des infizierten Gebietes. 

AMK-Vorsitzender Reinhold Jost gab an, dass ein 17-Punkte-Forderungskatalog erarbeitet worden sei. Arbeitsaufträge wurden an unterschiedliche Ebenen verteilt, die Länder werden sich gegenseitig bei der Kadaversuche unterstützen. 

Brandenburgs Landwirtschaftsminister Vogel bestätigte, dass eine "weiße Zone" eingerichtet werde. Die weiße Zone wird fünf Kilometer um das Kerngebiet herum mit festen, wildschweindichten Zäunen eingegrenzt. Alle darin befindlichen Wildschweine sollen getötet werden. Die Maßnahme war eine Empfehlung der Kommission von EU-Veterinären, die in Brandenburg vor Ort waren.

+++ 24. September, 17:16 +++

Brandenburg hat heute im Süden des Landes mit dem Bau eines festen Zaunes an der Grenze zu Polen begonnen. Dabei handele es sich um einen 1,50 Meter hohen, verzinkten Drahtzaun, der von Schwarzwild nicht durchbrochen werden könne, hieß es im Verbraucherschutzministerium. Der Landkreis Spree-Neiße wolle die Grenze zu Polen zudem von Norden her mit einem festen Zaum absichern, der Baubeginn sei offen.

+++ 24. September, 12:33 +++

Das BMEL informiert, dass sich der amtliche Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei drei weiteren Wildschweinen in Brandenburg bestätigt hat. Das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – hat die Tierseuche in den entsprechenden Proben nachgewiesen. Die Fundorte liegen innerhalb des gefährdeten Gebiets.

Insgesamt gibt es jetzt 32 bestätigte Fälle.

+++ 24. September, 12:13 +++

Anlässlich der Agrarministerkonferenz im Saarland fordern der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdverband (DJV) ein koordiniertes Vorgehen gegen die ASP: Ein zentraler Krisenstab solle die Aktivitäten über Kreis- oder Bundeslandgrenzen hinweg steuern.

Insbesondere die Grenze zu Polen müsse wildschweinsicher werden. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen seien aufgerufen, eng zusammenzuarbeiten und die Empfehlungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) umzusetzen. DBV und DJV fordern weiterhin die Einbindung von Ortskundigen bei Kadaversuche und Bergung vor Ort, vor allem Jäger, Land- und Forstwirte. 

Bei der wildschweinsicheren Umzäunung bestehe noch erheblicher Handlungsbedarf.

+++ 24. September +++

Die Agrarminister der Länder werden bei ihrer zweitägigen Tagung ab diesem Donnerstag im saarländischen Weiskirchen über den Ausbruch der ASP und die Folgen sprechen. 

In einem Antrag geht es um die Finanzierung von Wildschweinschutzzäunen entlang der deutschen Staatsgrenze zu Ländern, aus denen eine Einschleppung der Tierseuche droht - wie derzeit zu Polen, aber künftig möglicherweise auch zu Belgien oder Tschechien. An den Kosten sollten Bund und Länder "solidarisch" beteiligt werden, da es "ein gesamtstaatliches Interesse" gebe, hieß es in dem Papier.

+++ 23. September, 14:06 +++

Der amtliche Verdacht der ASP hat sich bei neun weiteren Wildschweinen in Brandenburg bestätigt. Das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – hat die Tierseuche in den entsprechenden Proben nachgewiesen. Die Fundorte liegen innerhalb des gefährdeten Gebiets.

Insgesamt gibt es nun 29 bestätigte Fälle.

+++ 23. September +++

Hundestaffeln aus Schleswig-Holstein und Rheinland Pfalz suchen in den Gefahrenzonen um die Fundorte nach Wildschweinkadavern. Der Landesjagdverband bezweifelte, dass die Staffeln für die Suche reichten. "Was sollen so wenige Hunde auf einer Fläche so groß wie das Saarland ausrichten?" fragte Präsident Dirk-Henner Wellershoff.

Das seit Dienstag sich vor Ort befindende Team von Tierärzten will heute mit Behördenvertretern und Landwirten sprechen. 

+++ 22. September, 16:15 +++

Brandenburg hat nach zunehmenden Forderungen den Bau eines festen Zauns an der Grenze zu Polen angekündigt. 

Es geht zunächst um einen festen Zaun im Kreis Spree-Neiße. Das Ressort von Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher stelle Mittel bereit, um den Landkreis zu unterstützen. Darüber hinaus seien auch Landesmittel geplant, um "feste Zäune auch weiter in Richtung Norden zu bauen". Bisherige Verhandlungen mit Polen über einen festen Zaun seien gescheitert.

Die Ministerin kündigte auch die Einrichtung einer neuen technischen Einsatzleitung an, um die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Polizei, Veterinären und Verbänden zu verbessern. Seit Dienstag sei ein Team von Tierärzten, die die EU-Kommission geschickt habe, in Brandenburg und lasse sich die Schutzmaßnahmen erläutern.

BMEL-Staatssekretärin Beate Kasch gab nach der Sitzung des Zentralen Krisenstabs Tierseuchenbekämpfung an, dass eine große Kraftanstrengung und ein geschlossenes Auftreten vor Ort notwendig seien, um die ASP einzudämmen. Mit den Erkenntnissen der Experten vor Ort gelte es jetzt, die Virusverbreitung in der Schwarzwildpopulation zu analysieren und die Hausschweinebestände weiter zu schützen. Am Morgen hatte Beate Kasch in Berlin bereits Experten der EUVET-Teams – des europäischen Veterinär-Notfallteams – getroffen.

+++ 22. September, 12:27 +++

Nach den ersten Fällen der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland sorgt sich Schweden, dass die Krankheit weiter Richtung Norden vorrücken könnte. Die Regierung sei sehr darauf bedacht, sie aus dem Land fernzuhalten, sagte die schwedische Ministerin für den ländlichen Raum, Jennie Nilsson.

Ein Einschleppen der Krankheit hätte schwerwiegende Konsequenzen für die Branche, darunter neben dem Produktionsausfall auch mögliche Exportbeschränkungen, ergänzte sie.

+++ 22. September +++

Der Deutsche Bauernverband will eine bessere Koordinierung der Krisenreaktion in Brandenburg nach den dortigen ASP-Fällen.

Man habe überhaupt kein Verständnis dafür, wenn am Tag X die Bekämpfungsmaßnahmen erst mit Verzögerung anliefen und mehrere Krisenstäbe nebeneinander her arbeiteten, ohne dass eine einheitliche Linie zu sehen sei.

Auch der Landesbauernverband hatte Kritik geübt und einen gemeinsamen Krisenstab in Brandenburg gefordert.

Die Staatssekretärin im Bundesagrarministerium, Beate Kasch, wird heute in Brandenburg vor Ort sein. Sie leitet direkt aus Potsdam eine Sitzung des Zentralen Krisenstabs Tierseuchen-bekämpfung, dem auch Vertreter der Länder und das bundeseigene Friedrich-Loeffler-Institut angehören.

Vor Ort wird sich Kasch mit den zuständigen Behörden auch über den aktuellen Stand der Infektionslage und die entsprechenden Schutzvorkehrungen austauschen. 

+++ 21. September, 15:42 +++

Der amtliche Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat sich bei sieben weiteren Wildschweinen in Brandenburg bestätigt. Das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – hat die Tierseuche in den entsprechenden Proben nachgewiesen. Die Fundorte liegen innerhalb des gefährdeten Gebiets.

Die Zahl der bestätigten Fälle liegt damit bei 20. 

+++ 21. September +++

Das Bundesagrarministerium sagte dem Land Brandenburg weitere Hilfe zu, um die Tierseuche einzudämmen.

Die Suche nach toten Wildschweinen wird ab heute verstärkt. Suchtrupps in der Kernzone des Gefahrengebiets im Landkreis Oder-Spree werden mit vier speziell ausgebildeten Suchhunden aus Rheinland-Pfalz unterstützt. Auch im Landkreis Spree-Neiße soll die Suche nach Kadavern mit Hunden verstärkt werden. Hubschrauber mit Wärmebildkameras und Drohnen kamen zum Einsatz.

+++ 20. September +++

Um die Suche nach weiteren verendeten Wildschweinen in der festgelegten Restriktionszone in Brandenburg zu beschleunigen, zahlt das Land Brandenburg ab sofort jedem Finder eine Prämie zwischen 100 und 150 Euro.

Das Land gab bekannt, dass ab sofort für das Auffinden verendeter Wildschweine (einschließlich Unfallwild) innerhalb von ausgewiesenen ASP-Restriktionszonen eine Aufwandsentschädigung gezahlt werde. Je nach Fundort soll diese 100 Euro (im Kerngebiet) oder 150 Euro (im gefährdeten Gebiet und in der Pufferzone) pro Tier betragen. 

+++ 18. September, 16:42 +++

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde bei sechs weiteren Wildschweinen nachgewiesen, wie das Bundesagrarministerium am heutigen Freitag mitteilte. Insgesamt bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut bis heute dreizehn Fälle - allesamt Wildschweine. Die Orte, an denen die Tiere gefunden wurden, befanden sich alle innerhalb des festgelegten gefährdeten Gebiets.

+++ 17. September, 16:42 +++

Das BMEL meldet sieben bestätigte Fälle von ASP in Brandenburg. 

Der Fundort liegt innerhalb des gefährdeten Gebiets in der näheren Umgebung der Ortschaft Neuzelle im Landkreis Oder-Spree.

+++ 17. September +++

In Brandenburg sind zu den bestehenden sechs Fällen fünf Verdachtsfälle auf Schweinepest hinzugekommen. Diese sind ähnlich wie die am Mittwoch bestätigten fünf Fälle bei Neuzelle im Kreis Oder-Spree gefunden worden. Noch stehen die Ergebnisse über eine Infektion aus.

Die Suche nach verendeten Wildschweinen wird verstärkt. Seit Mittwoch sind nach Angaben des Landkreises 45 Mitarbeiter der Forstwirtschaft sowie Jäger um den Fundort des ersten Kadavers auf Fallsuche unterwegs.

Rund um den ersten Fundort des toten Wildschweins mit Schweinepest ist ein gefährdetes Gebiet mit Radius von bis zu 25 Kilometern abgegrenzt, in dem Restriktionen gelten. Die Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen ist verboten. 

+++ 15. September +++

Fünf weitere ASP-infizierte Wildschwein-Kadaver wurden in Brandenburg gefunden.

Es handelt sich um vier tot aufgefundene Wildschweine und ein krank erlegtes Tier. Tests im Landeslabor seien positiv gewesen und würden nun vom nationalen Labor, dem Friedrich-Loeffler-Institut, weiter untersucht.

+++ 14. September +++

Japan stoppt ebenfalls den Import von deutschem Schweinefleisch. 

Man sei mit den Regierungen dieser Länder weiterhin im Gespräch, um Regionalisierungs-Vereinbarungen zu erreichen, so die Bundesregierung.

+++ 12. September +++

China verbietet den Import von deutschem Schweinefleisch. 

Alle Lieferungen von Fleisch und Produkten von Schweinen oder Wildschweinen sollen zerstört oder zurückgeschickt werden. Alle Lieferungen, die vorher geschickt worden seien, sollen verschärft untersucht werden, bevor sie freigegeben werden.

Das Bundesagrarministerium will sich weiter für Handelsmöglichkeiten einsetzen. Man bleibe mit der chinesischen Regierung weiterhin im Gespräch, um eine Regionalisierungs-Vereinbarung zu erreichen. 

+++ 11. September, 16:00 +++

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften von Vieh und Fleisch (VEZG) setzte heute außer der Reihe den Erzeugerpreis für Schweinefleisch neu fest und senkte ihn von 1,47 Euro um 20 Cent auf 1,27 Euro je Kilogramm. "Das ist ein erheblicher Effekt", sagte Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen. Bei einem Mastschwein mache der Wertverlust etwa 20 Euro aus.

+++ 11. September, 15:40 +++

In Brandenburg soll an diesem Samstag mit dem Aufstellen eines Elektrozauns in einem Radius von drei Kilometern um den Fundort des ersten infizierten Wildschweins begonnen werden, wie der Landkreis Spree-Neiße mitteilte. Um die Fundstelle des weitgehend verwesten Kadavers in der Gemeinde Schenkendöbern wurde ein vorläufiges gefährdetes Gebiet mit einem Radius von 15 Kilometern festgelegt.

+++ 11. September, 13:20 +++

Laut Bundesagrarministerium gibt es vorerst keine weiteren Funde.

Es gebe keinen Fall, der weiter entfernt liege, oder ein Überspringen auf einen Hausschweinbestand, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Das Geschehen bleibe weiterhin sehr begrenzt auf eine Region und ein Wildschwein.

Mit Blick auf drohende Einschränkungen im globalen Handel mit Schweinefleisch liefen Gespräche mit Nicht-EU-Staaten. Ziel ist, Einfuhrstopps für Lieferungen aus Deutschland wegen der Schweinepest nur auf Betriebe aus betroffenen Regionen zu begrenzen.

+++ 11. September +++

Die Fleischwirtschaft sorgt sich in Bezug auf die Auswirkungen, die der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland haben wird. Vor allem das Geschäft außerhalb der EU ist betroffen.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) gab an, dass faktisch derzeit kein Schweinefleisch nach China exportiert werden könne, da dafür keine Veterinärzertifikate mehr ausgestellt würden. Das Bundesagrarministerium habe aber bereits mitgeteilt, dass es dazu Gespräche gebe. Wie schnell eine Entscheidung falle, sei aber nicht absehbar. Bereits gestern hatte Südkorea den Import aus Deutschland gestoppt.

Der Handel in der EU sei weitgehend aufrechtzuerhalten, so ISN-Geschäftsführer Staack. "Die Frage ist nun, was tatsächlich passiert. Noch steht eine offizielle Entscheidung der chinesischen Veterinärbehörden aus, ob dennoch Schweinefleisch geliefert werden darf", sagte Staack.

Nun hänge es von den Gesprächen des Bundesministeriums ab, ob es nur regionale Beschränkungen geben werde und einzelne Unternehmen weiter nach China exportieren dürften. 

+++ 10. September, 16:27 +++

Südkorea hat die Einfuhr von Schweinefleisch aus der Bundesrepublik gestoppt. 

Das Verbot gelte für Produkte, die von Donnerstag an ausgeliefert würden, teilte das südkoreanische Landwirtschaftsministerium mit. Schweinefleisch, das bereits aus Deutschland eingetroffen sei, werde vom Zoll gründlich untersucht. Auf deutsche Produkte entfielen den Angaben zufolge mehr als 420.000 Tonnen oder 18 Prozent der Schweinefleischimporte im vergangenen Jahr.

In Südkorea selbst hatten die Behörden im vergangenen Jahr den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest gemeldet.

+++ 10. September, 15:58 +++

Brandenburg hat möglicherweise betroffenen Landwirten Hilfe zugesichert. "Eines ist ganz klar: dass neben der Seuchenbekämpfung auch die Stabilisierung dieser Betriebe erfolgen muss", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke. 

Mit der Tierseuchenkasse sei Geld für einen solchen Krisenfall vorhanden. "Sollte dieses Geld nicht ausreichend sein, werden wir gemeinsam mit dem Landesbauernverband überlegen, was die Landesregierung tun kann."

Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher sagte, im schlimmsten Fall - wenn Hausschweine befallen seien und Tiere getötet werden müssten - gebe es Hilfen. Diesen Fall sehe sie derzeit aber nicht.

Regierungschef Woidke sprach von einer schwierigen Situation. "Das ist eine wirtschaftliche Bedrohung für eine Vielzahl von Betrieben weit über die betroffene Region hinaus", sagte Woidke. Er habe Kollegen aus Polen bei einer Videokonferenz über den Fall informiert.

In der 15-Kilometer-Zone gibt es laut Verbraucherschutzministerium rund 20 Schweinehalter, einer davon mit rund 5.000 Schweinen ist sieben Kilometer entfernt.

+++ 10. September, 15:12 +++

Barbara Otte-Kinast macht in einer Pressemitteilung deutlich, dass Niedersachsen auf den Ernstfall gut vorbereitet sei. 

Niedersachsen habe diverse Maßnahmen umgesetzt, um eine Einschleppung der ASP zu verhindern und im Fall eines Ausbruchs bestmöglich vorbereitet zu sein. Dazu gehöre die Sensibilisierung von Schweinehaltern, Jägern, Viehhändlern und Transportunternehmen, unter anderem mit Merkblättern und Infoveranstaltungen.

Zudem würden regionale und landesweite Übungen regelmäßig durchgeführt, um die Abläufe bei einem Seuchenfall einzuüben und zu verbessern, landesweite Bekämpfungs- und Prophylaxe-Strategie würden kontinuierlich weiterentwickelt. 

Im Rahmen der Prävention habe außerdem die Reduktion der Schwarzwildbestände eine hohe Bedeutung, erlegte Wildschweine und gefundenes Fallwild würden auf ASP untersucht. 

Die wirtschaftlichen Konsequenzen für die rund 5.300 Schweine haltenden Betriebe in Niedersachsen ließen sich zum derzeitigen Zeitpunkt schwer abschätzen. Auch Otte-Kinast äußerte die Sorge, dass bestimmte Drittländer außerhalb der EU Handelsbeschränkungen verhängen. 

+++ 10. September, 14:13 +++

Zusammen mit dem Landeskrisenstab sollen jetzt so schnell wie möglich die endgültigen Abgrenzungen der Restriktionsgebiete vorgenommen werden. Sie richten sich nach der Topographie, den Strukturen etc. und berücksichtigen dabei unter anderem auch das Vorhandensein von Rückzugsmöglichkeiten für Wildschweinerotten.

Im nächsten Schritt wird dann die Kernzone festgelegt, mit einem Radius von mindestens 3 km um den Fundort des Kadavers. Die Kernzone wird eingezäunt und es wird ein Betretungsverbot geben, um das Virus nicht zu verschleppen. 

Vorrangig soll die Suche nach weiteren ASP-Kadavern sofort intensiviert werden, um so schnell wie möglich Informationen über die räumliche Verbreitung der Seuche rund um den Fundort zu erhalten und so best- und schnellstmöglich eine weitere Verbreitung zu verhindern. 

Ob das ASP-infizierte Wildschwein zur polnischen Population in Westpolen gehörte und über die Grenze gekommen ist oder ob zum Beispiel ein "deutsches" Wildschwein sich über weggeworfene, mit ASP kontaminierte Lebensmittelreste infiziert hat, weiß man derzeit noch nicht. Das sollen aber weitere Untersuchungen klären. Entlang der deutsch-polnischen Grenzen in den beiden Landkreisen Spree-Neiße und Oder-Spree gibt es einen provisorischen Elektrozaun in einer Länge von 120 km, mit dem der Übertritt von Wildschweinen aus Polen nach Deutschland verhindert werden soll. Ein fester Schutzzaun im Kreis Spree-Neiße ist geplant. Auch am sächsischen Grenzverlauf wurde ein Zaun gebaut. Wie Klöckner sagte, kam der von Deutschland angeregte Bau eines gemeinsamen Schutzzauns mit Polen nicht zustande.

In den Schweine haltenden Betrieben des betroffenen Gebietes wird die Einhaltung der ASP-Sicherheitsmaßnahmen überprüft. 

+++ 10. September, 13:47 +++

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast: "Das ist eine schlechte Nachricht für unsere Schweinehalter. Wir sind in höchster Alarmbereitschaft und müssen noch wachsamer sein, um zu verhindern, dass die Schweinepest nach Niedersachsen kommt."

Jörn Ehlers vom Landvolk Rotenburg-Verden: "Wir Schweinehalter hatten die Chance, uns intensiv auf die zu erwartenden Ereignisse einzustellen. In vielen Bereichen wurden Vorbereitungen getroffen, mehrfach gab es ASP-Übungen, Infrastrukturen wurden geschaffen."

"Mehr denn je kommt es darauf an, die Seuche nicht in unsere Stallungen zu bekommen. Hygienemaßnahmen müssen zum Schutz der eigenen Tiere, aber auch von Nachbarbetrieben konsequent eingehalten werden. Landwirtschaft und Jägerschaft sind gefordert, Hand in Hand für eine Ausdünnung der Wildschweinbestände zu sorgen."

Nach wie vor seien laut Ehlers weggeworfene Lebensmittel eine große Gefahr, auf die konsequent hingewiesen werden müsse. 

Die Situation der Fleischmärkte dürfe nun nicht von Handelspartnern ausgenutzt werden. Hier sei Besonnenheit gefragt: "Wir als Bauernverband setzen uns für regionalisierte Handelsbeschränkungen ein, die sich auf ein Problemgebiet beschränken und somit dem Risiko angepasst sind. Die Schweinehaltung ist für unsere Landwirtschaft ein wichtiges Standbein und muss es auch in diesen Zeiten bleiben."

+++ 10. September, 13:16 +++

In Brandenburg sollen in zwei Landkreisen Krisenmaßnahmen anlaufen: Landkreis Spree-Neiße und Landkreis Oder-Spree.

In einem Radius von 15 Kilometern um den Fundort herum soll ein vorläufiges Gefahrengebiet eingerichtet werden. Dieses umfasst beide Landkreise und reicht auch ins Nachbarland Polen. 

In diesem Gebiet sind Beschränkungen vorgesehen:

  • Striktes Jagdverbot, um keine Wildschweine aufzuschrecken
  • Einrichten von Sammelstellen für Fallwild
  • Verbringungsverbot von Schweinen und Schweinefleischprodukten
  • Nutzungsbeschränkungen für Förster und Bauern, beispielsweise ein Ernteverbot für Maisfelder
  • Veranstaltungen mit Schweinen wie Hoffeste oder Landwirtschaftsschauen werden untersagt
  • Einrichtung einer Kernzone, die einen Radius von drei Kilometern um den Fundort hat. Die Zone wird eingezäunt, das Betreten ist verboten. 

Verbraucherschutzministerin Nonnemacher: "Wir müssen jetzt alles versuchen, um eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens zu verhindern." 

 

+++ 10. September, 10:19 +++

Der Verdacht auf die Afrikanische Schweinepest hat sich bei dem im Spree-Neiße-Kreis gefundenen Wildschwein bestätigt. 

Das FLI gab an, dass alle drei eingereichten Proben positiv waren. 

Beprobt wurden aufgefundene Knochen des weitgehend verwesten Kadavers. Es ist also davon auszugehen, dass der Eintrag bereits vor einigen Wochen stattgefunden hat. Die Fundstelle wurde desinfiziert.

Es wird jetzt möglichst schnell analysiert, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder sich die APS bereits ausgebreitet hat. Dazu wird die Suche nach weiteren Kadavern im Gebiet verstärkt. Die Behörde in Brandenburg wird Maßnahmen zum Schutz der Betriebe im betroffenen Gebiet einleiten. 

Für den Export von Schweinefleisch gibt es momentan innerhalb der EU eine Regionalisierung. Fleisch aus nicht betroffenen Regionen kann innerhalb der EU exportiert werden. Julia Klöckner gab an, dass man für den Export in Drittländer "intensiv an der Regionalisierung" arbeite. Es werde fortlaufender Kontakt mit der europäischen Kommission und Handelspartnern bestehen. 

Folgende Vorkehrungen wurden getroffen: 

  • Absperrung des Gebietes
  • Verbot der Jagd
  • Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen
  • Anlegen von Jagdschneisen
  • Einschränkung des Personenverkehrs

Laut Klöckner seien bisher keine Landwirte betroffen. Sie rief zur Vorsicht und der Einhaltung hygienischer Maßnahmen auf. 

+++ 10. September, 09:45 +++

Den Verdachtsfall teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) am Mittwochabend mit. Ein Wildschwein-Kadaver ist wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neiße-Kreis von einem Spaziergänger auf einem abgeernteten Maisfeld gefunden worden.

Eine Probe des toten Tieres werde jetzt im Friedrich-Loeffler-Institut virologisch untersucht. Julia Klöckner wird heute über das Ergebnis informieren. 

Erst wenn das nationale Referenzlabor den Verdacht ebenfalls bestätigt, kann von einem Ausbruch gesprochen werden. Das Landeskrisenzentrum und die kommunalen Krisenzentren sind aktiviert. Erste Maßnahmen zum Schutz werden vorbereitet.

Der Ausbruch der Schweinepest kann massive wirtschaftliche Folgen für Schweinehalter haben: Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums könnten Exporte in Nicht-EU-Staaten, vor allem nach Asien, weitgehend wegfallen. Für den Export nach China beispielsweise muss bislang zertifiziert werden, dass Deutschland ASP-frei ist. Der Handel innerhalb der EU kann jedoch aufrechterhalten werden. Nur für Betriebe in der Umgebung des Fundorts gibt es Einschränkungen.

Ein Übertreten der für Menschen ungefährlichen Tierseuche nach Deutschland wurde seit längerem befürchtet. Seit Monaten kursiert sie in Polen.
 

Mit Material von dpa, DBV, ML, BMEL, LsV, ISN, tagesschau.de

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