Die Initiative Tierwohl will jetzt auch Tierwohl-Lösungen für die Rinderhaltung anbieten. Anmeldestart ist Mitte März.

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Ellen Hartmann | am

Tierschutz: Rinderhaltung jetzt Bestandteil der Initiative Tierwohl

Die Initiative Tierwohl geht mit einem neuen Programm an den Start: Ab Mitte März können auch Rinderhalter ihre Betriebe für das Programm anmelden.

Grundlage für die Kriterien sollen die Tierschutz- und Tiergesundheitsanforderungen des Qualitätssicherungssystem QS bilden, denen ein Tierwohl-Plus hinzugefügt wird, berichtete die Initiative Tierwohl (ITW).

In der ITW Rind soll von Beginn an Nämlichkeit gelten, das heißt, die Verbraucher können anhand des ITW-Siegels auf der Verpackung erkennen, dass Fleisch und Fleischwaren aus ITW-Betrieben stammen.

Die Finanzierung soll, wie inzwischen auch im Bereich Schwein und Geflügel, über das Marktmodell laufen: Rinderhalter erhalten von ihren Abnehmern für geschlachtete ITW-Tiere einen definierten Preisaufschlag. Sie müssen also mit den Abnehmern verbindlich absprechen, wie viele ITW-Tiere in welchem Zeitraum abgenommen werden.

10,7 Cent Preisaufschlag im ersten Programmjahr

Der Preisaufschlag für ITW-Tiere soll im ersten Jahr 10,7 Cent/kg Schlachtgewicht betragen, im zweiten Programmjahr mindestens 12,83 Cent/kg Schlachtgewicht (bedingt durch die Hinzunahme einer weiteren Tierwohlanforderung ab April 2023: Scheuermöglichkeiten müssen dann in den Ställen vorhanden sein).

Für Kälbermastbetriebe gibt es keinen einheitlichen Preisaufschlag. Er soll bilateral zwischen den Partnern verhandelt werden.

Auch Milchviehbetriebe können für ihre Schlachtkühe einen Preisaufschlag von 4 Cent/kg Schlachtgewicht erhalten. Sie sollten sich laut ITW mit ihrer Molkerei in Verbindung setzen und an einem von der ITW anerkannten Tierwohl-Programm für Milch teilnehmen. Anschließend könnten sie eine Zulassung für die ITW erhalten und ihre Schlachtkühe als ITW-Tiere vermarkten. 

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Kriterien aus Tierhaltung, Tiergesundheit un Hygiene

Teilnehmende Betriebe müssen laut ITW definierte QS-Basiskriterien aus Tierhaltung, Tiergesundheit und Hygiene umsetzen. Darüber hinaus gelte es, spezielle Haltungsanforderungen wie Sauberkeit der Tiere und intensive tierärztliche Bestandsbetreuung sowie das vergrößerte Platzangebot entsprechend der Haltungsformstufe 2 zu berücksichtigen.

Für die Milchviehhaltung sind zusätzliche spezielle Kriterien vorgeschrieben.

Eine detaillierte Übersicht der Kriterien für die verschiedenen Tierarten finden Sie auf der Website der ITW.

Anmeldung für Landwirtinnen und Landwirtinnen startet am 15. März

Ab dem 15. März können sich Rindermast-, Kälbermast- und Milchviehbetriebe beim ITW-Programm für die Rinderhaltung anmelden. Die Auditierung beginnt am 1. April 2022. 

Die Kontrollen unterteilen sich wie im Bereich Schwein und Geflügel in

  • ein Programmaudit zu Beginn der Teilnahme,
  • zwei Bestätigungsaudits in der Mitte und am Ende der dreijährigen Laufzeit
  • sowie jährliche, unangekündigte Bestandschecks.

"Wir freuen uns, mit der ITW Rind einen weiteren bedeutenden Meilenstein zu erreichen", so Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. "Darauf haben wir lange hingearbeitet – immer mit dem klaren Ziel, im Bereich der Rinderhaltung ein höheres Maß an Tierwohl zu etablieren." 

Das sagt der Deutsche Bauernverband (DBV):

"Das aus der Schweine- und Geflügelhaltung bekannte ITW-Modell kann nun auch für die Rinderhaltung Anwendung finden", so Bernhard Krüsken, Generalsekretär des DBV. "Wichtiger Teil ist die finanzielle Honorierung der von den Tierhaltern erbrachten höheren Standards. Nun liegt es an den Verarbeitungsunternehmen sowie dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel, dass diese Branchenlösung in der Breite umgesetzt und nicht mit Nischenprogrammen konterkariert wird." Laut DBV werde die ITW Rind die "vollständige Anschlussfähigkeit an das zeitgleich startende QM+ Modul gewährleisten". 

"QM+ und ITW-Rindfleisch greifen für Haltungsformstufe 2 ineinander, die Schlachtkuh wurde direkt mitgedacht. Bei bestandenem Audit kann der QM+-Betrieb seine Tiere problemlos über die ITW-Rindfleisch in die Haltungsformstufe 2 vermarkten", heißt es von Krüsken weiter.

Mit Material von ITW, DBV

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