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Kristina Wienand | am

Tierschutzbund: Höhere Gaspreise fatal für den Tierschutz

Hohe Kosten fürs Heizen, Futter und Personal: die Tierheime in Deutschland drohen, bald keine Tiere mehr aufnehmen zu können oder sogar schließen zu müssen. Davor warnt der Tierschutzbund.

Tierschützer schlagen mit Blick auf steigende Energiekosten Alarm. „Sollten die Heizkosten für die Tierheime weiter steigen, könnte dies den Zusammenbruch des praktischen Tierschutzes in Deutschland bedeuten“, sagte Lea Schmitz vom Tierschutzbund der Deutschen Presse-Agentur. Sie befürchte, dass einige Tierheime schließen oder Aufnahmestopps verhängen könnten. „Das ist kritisch, weil wir dann nicht wissen, wo das Tier landet.“

Belastung durch Futterpreise und Personalkosten

Gestiegene Futterpreise und Personalkosten wegen der Erhöhung des Mindestlohns würden die Aufnahmestellen zusätzlich belasten. „Viele Tierheime sind bereits jetzt komplett überfüllt, weil viele Menschen sich in der Coronazeit unüberlegt Tiere gekauft haben, die jetzt wieder wegmüssen.“ Mehrere Tierheime haben laut Schmitz Aufnahmestopps verhängt.

Nicht nur die Heime leiden unter dem Kostendruck - auch die Bevölkerung ächzt unter Inflation und steigenden Preisen. Müssen Hund oder Katze also wegen einer drohenden Energiearmut weg?

Schmitz glaubt das eher nicht. „Menschen, die ihre Tiere wirklich lieben, tun meist alles dafür, um diese bei sich behalten zu können. Ihren Tieren zuliebe stecken sie selbst zurück.“ Dennoch unterschätzen ihrer Ansicht nach viele Menschen, was ein Haustier nach dem Kauf koste.

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Tierarztbehandlunge sind oft teuer

Problematisch könnte es werden, wenn Tierhalter teure Tierarztbehandlungen wegen Geldnot hinauszögerten. „Es kann natürlich sein, dass dann der bittere Entschluss gefasst wird, das Tier im Tierheim abzugeben“, sagte Schmitz. Meist würden Haustiere aber nicht nur wegen Geldsorgen zurückgegeben, sondern nach unüberlegten Anschaffungen oder weil das Tier nicht zum Leben des Halters passe.

Schmitz betont, dass Tierheime nicht verpflichtet seien, Tiere aufzunehmen. Richtig sei, dass es vielerorts Fundtierregelungen mit den Kommunen gebe. Solche Verträge würden aber nicht die gestiegenen Kosten der Heime decken. „Mit Blick auf die Hilfeleistung des Bundes bei der Corona-Krise und angesichts der massiven Mehrbelastungen durch den Krieg in der Ukraine sollten dringend Haushaltsmittel bereitgestellt werden, um den Tierheimen den Energie- und Inflationsdruck zu nehmen“, fordert der Dachverband daher von der Bundesregierung.

Dem Deutschen Tierschutzbund sind nach eigenen Angaben 16 Landesverbände und rund 740 örtliche Tierschutzvereine mit 550 vereinseigenen Tierheimen und Auffangstationen angeschlossen. 

Mit Material von dpa
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