Rind in Außenstall
Janina Schuster | am

Tierwohl: Schlachten auf dem Hof bald möglich

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast spricht sich für hochwertiges, regionales Fleisch aus. Der Anlass: ein Antrag der Regierungskoalition zum Thema hofnahe Schlachtung.

"Damit schaffen wir einen weiteren Schritt in Richtung mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit", sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Der Niedersächsische Landtag stimmte heute für einen Antrag der Regierungskoalition zur mobilen Schlachtung von Nutztieren. In Zukunft soll es möglich sein, eine gewisse Anzahl von Tieren direkt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb zu schlachten. Barbara Otte-Kinast begrüßt diesen Vorstoß in Richtung Tierwohl: "Das erspart den Tieren viel Stress, weil der Transport wegfällt. Die Zusammenarbeit von Tierhaltern mit handwerklichen Metzgereien oder kleineren Schlachthöfen bietet sich für die regionale Versorgung an."

Die Voraussetzungen zur Schlachtung auf dem eigenen Betrieb

Um die hofnahe Schlachtung möglich zu machen, muss im Juli auf EU-Ebene eine Änderung der bisherigen Rechtslage erfolgen. In Zukunft sollen dann bis zu drei Rinder, sechs Schweine oder drei Pferde auf dem eigenen Betrieb geschlachtet werden können. Dabei muss eine mobile Schlachteinheit verwendet werden, die zu einem zugelassenen Schlachtbetrieb gehört. Auch die Einhaltung der EU-weit geltenden Hygienestandards gehört zu den Voraussetzungen. Der gesamte Schlachtvorgang unterliegt einer amtlichen Kontrolle.

Schlachteinheiten fördern lassen

"Wir nehmen sowohl von den Landwirten als auch von den Kunden, die das recht hochpreisige Produkt nachfragen, ein hohes Interesse wahr. Auf den Transport der Tiere kann bei dieser neuen Form der Schlachtung verzichtet werden. Es ist uns wichtig, diesen tierschutzgerechten Schritt zu ermöglichen", erklärte Otte-Kinast. Sie stellte in ihrer Rede Kleinst- und Kleinunternehmen die Förderung von Anschaffungen der mobilen Schlachteinheit im Rahmen des Förderprogrammes PFEIL in Aussicht. Über die EU-Fördermaßnahme "Verarbeitung Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse" können Investitionen in die Schlachteinheiten bezuschusst werden.

Die Hintergründe

In den vergangenen Monaten sei die Nachfrage nach regionalen Produkten noch einmal gestiegen. Vielen Menschen sei bewusst geworden, wie wichtig die heimische Landwirtschaft ist und ihr Interesse, woher ihre Nahrung stammt sei groß. Die Einhaltung hoher Tierschutzstandards sei ein immer größerer Faktor bei Kaufentscheidungen, sodass eine dezentrale Schlachtung Fleischvermarktung wichtig sei. Die hofnahe Schlachtung zur Vermeidung von Transportstress erfülle die Anforderungen und Erwartungen an die Lebensmittelproduktion, so Otte-Kinast.  

Mit Material von ML
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