Torsten und Kerstin Deye.

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Regine Revermann, LWK Niedersachsen | am

Tierwohl bei Schweinen: Alte Gebäude für neue Haltungsform umnutzen

Der Hof Deye in Großenkneten lud und Landwirte und Berater kamen auf den Hof im Landkreis Oldenburg. Bei dem Treffen unter dem Motto „Schweinehaltung der Zukunft“ informierten sie sich über die Haltung sowie Vermarktung von Schweinen der Haltungsform 3.

Torsten und Kerstin Deye haben auf ihrem Familienbetrieb die Schweinehaltung Stück für Stück nach ihren Vorstellungen umgebaut. „Bevor wir mit dem Umbau begonnen haben, hatten wir die Vermarktung stehen.“ 

Das riet Torsten Deye auch seinen Berufskollegen, die im Rahmen einer Exkursion des Projektes „Netzwerk Fokus Tierwohl“ auf den Hof gekommen waren. Die Schweine vom Betrieb Deye werden zum Beispiel online über „Bauer und Metzger“ vertrieben.

Deyes: Kunden schätzen Transparenz

Ein wichtiger Tipp von Deyes: Sich selbst einen Namen machen, damit die Kunden wissen, von welchem Betrieb die Schweine stammen. Beispielsweise werden Deyes Schweine unter dem Namen „Haschenbroker Landschwein“ vermarktet.

Zudem öffnen Kerstin und Torsten Deye ihr Hoftor für Besuchergruppen. Beim Umbau des Betriebes wurden überall Fenster und Besuchergänge integriert, Kunden schätzen diese Transparenz.

Die Schweinehaltung bei Familie Deye entspricht der Haltungsstufe 3 oder 4. Unter anderem haben von der Sau bis zum Mastschwein alle Tiere 100 Prozent mehr Platz als vorgeschrieben und den Sauen und Mastschweinen wird Stroh angeboten.

Außenklimastall, Buchten mit Auslauf und Kotschieber

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In der Ferkelaufzucht sind die Buchten durch einen Auslauf ergänzt worden. Akute Probleme mit Sonnenbrand gab es im heißen Sommer nicht. Da es im Sommer aber doch häufig vorkommt, dass die Tiere im Liegebereich abkoten, überlegen Deyes, eine Kühlung in die Liegefläche einzubauen.

Die Mast erfolgt in einem Außenklimastall. Die Außenwände des Stalls sind mit Liftfenstern ausgestattet, wodurch die Frischluft gesteuert wird. Torsten Deye würde heute eher eine Jalousie einbauen, da die Fenster fast immer offen sind.

Eine weitere Überlegung ist, einen Kotschieber nachzurüsten. Zur Beschäftigung wird alle ein bis zwei Stunden per Volumendosierer ein Gemisch aus Roggenmehl, Melasse und Luzernepellets auf den Boden gestreut.

Abferkelsystem „Deye Quadro“ ist Eigenkonstruktion

Eine Eigenkonstruktion des Betriebes ist das Abferkelsystem „Deye Quadro“. Vier Sauen ferkeln in Flügelbuchten ab. Nach drei Tagen werden die Abtrennungen entfernt und es entsteht ein Gruppensäuge-System. Die Saugferkelverluste liegen bei 7,5 Prozent (Deye Quadro) bzw. 8,5 Prozent (Gesamtbetrieb).

Overalls in der Schleuse eines Schweinestalls

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