Ferkel im Stall

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Christel Grommel | am

Tierwohlkennzeichnung nicht zielführend?

Der Arbeitskreis Ökologischer Landbau Brandenburg hält die geplante Tierwohlkennzeichnung nicht für zielführend, um mehr Tierwohl und Ökolandbau zu erreichen.

Der Sprecher des Arbeitskreises, Sascha Philipp, äußerte sich dazu: "Die aktuellen Planungen für das neue Tierwohllabel sind ein Schlag ins Gesicht für die Biobauern, die sich tagtäglich für besonders hohe Tierschutzniveaus in ihren Ställen einsetzen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass es keine Stufe für die ökologische Landwirtschaft – als höchstem Tierwohlstandard in Deutschland – geben soll, welche obendrein auch noch bereits durch ein einheitliches und praxiserprobtes Kontrollsystem überwacht wird."

Der Arbeitskreis forderte in einer Pressemitteilung, die vom BMEL geplante dreistufige Tierwohlkennzeichnung um eine zusätzliche Qualitätsstufe für ökologische Produkte zu erweitern. Laut Sprecher Philipp würde sich die Situation für Ökobetriebe und an der Umstellung interessierten Betriebe ansonsten weiter verschlechtern, denn die Kennzeichnung lasse die besonders tierwohlorientierten Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft außen vor. Die Ökohaltungsbedingungen würden durch die Eingliederung in eine Stufe mit nicht vergleichbaren konventionellen Haltungsbedingungen degradiert und hinsichtlich ihrer Vermarktbarkeit geschwächt. 

Eine vierte Stufe würde laut Philipp die besonders hohen Ansprüche der ökologischen Landwirtschaft an die Tierhaltung kommunizieren und eine tatsächliche Transparenz gegenüber dem Verbraucher darstellen. Als positives Beispiel nannte er die Eierkennzeichnung, bei der das Konzept vom Verbraucher angenommen werde. 

Auch Bioland übt Kritik

Der Verband forderte eine sinnvolle Abfolge der Maßnahmenvorschläge des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung. Verbandspräsident Plagge warf Julia Klöckner vor, die breite Kritik an ihrem Labelansatz zu ignorieren. Dringend geboten sei die Umsetzung eines Instrumentenmixes, welcher den Tieren, der Umwelt und den Menschen gerecht werde. Dazu gehörten neben einer gezielten Förderung artgerechter Ställe und Haltungsverfahren auch höhere gesetzliche Anforderungen, die Umsetzung der Flächenbindung in der Tierhaltung und eine damit einhergehende deutliche Abstockung der Tierbestände, so Plagge.

Der Geschäftsleiter Agrarpolitik bei Bioland forderte, dass Klöckner sich auf europäischer Ebene für eine verpflichtende Haltungskennzeichnung für Fleisch einsetzen müsse. Auch er brachte die Eierkennzeichnung als Beispiel für eine funktionierende Kennzeichnung von ökologisch produzierten Erzeugnissen. 

Mit Material von FÖL und Bioland e.V.

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