Auslage einer Fleischtheke
Janina Schuster | am

Der Topf ist leer: Einmalzahlungen der ITW eingestellt

In einem Rundschreiben informierte die Initiative Tierwohl darüber, dass die Einmalzahlungen zum Eintritt in die 3. Programmphase nicht für alle Betriebe gezahlt werden können. Selbst wenn diese ihr Audit erfolgreich absolviert haben.

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN). Heinrich Dierkes, forderte die Initiative Tierwohl (ITW) und den Handel auf, schnell für eine Lösung "im Sinne der Betriebe" zu sorgen. In einem Rundschreiben informierte die ITW, dass die Einmalzahlungen von je 3.000 Euro je Betrieb nur noch an jene Betriebe gezahlt werden könne, deren Einmalzahlung bereits durch die Teilnahme an der bisherigen Programmphase reserviert wurde und deren bestandenes Audit bis zum 24. Juni 2021 durchgeführt und freigegeben wurde.

Windhundverfahren entscheidet über Zahlungen

Bisher galt als Voraussetzung für die Zahlung ein bestandenes Audit bis zum 30.06.2021. Den verkürzten Zeitraum begründet die Initiative mit der hohen Teilnahmebereitschaft der Betriebe. Das vorgesehene Budget von 20 Millionen Euro reichte aufgrund dessen nicht für alle aus und es kommt zum Windhundverfahren. Dieses besagt, dass sich nur nach der zeitlichen Reihenfolge der Bedarfsanmeldungen, nicht jedoch nach anderen Kriterien gerichtet wird.

Mitglieder sind verärgert

Den ISN erreichten in den vergangenen Tagen zahlreiche Rückmeldungen von ihren Mitgliedern. Sie alle äußerten ihren Unmut über das Vorgehen der Initiative Tierwohl. Ein Windhundverfahren bei drohender Überzeichnung des Budgets sei im Vorfeld nicht mit ihnen kommuniziert worden. Das Budget für den Topf stammt aus der Sonderzahlung der Schwarz-Gruppe (LIDL und Kaufland) an die ITW.

Der ursprüngliche Plan

Ende 2020 kündigte die Initiative Tierwohl in einer Pressemeldung mit, dass aus diesem Topf alle an der Programmphase 2021-2023 teilnehmenden schweinehaltenden Betriebe eine Einmalzahlung erhalten sollen. Voraussetzung ist das bestandene ITW-Audit bis zum 30.Juni 2021. Ferkelerzeuger sollten zudem eine um 1 Euro erhöhte Vergütung von 4,07 Euro pro Tier über die gesamte Programmlaufzeit erhalten. Ähnliches gilt auch für Schweinemäster, die für jedes Mastschwein neben dem festgelegten Tierwohlentgeld einen Aufschlag von 1 Euro erhalten, wird dieses zwischen dem 01.Juli und 31. Dezember 2021 geschlachtet.

ISN fordert Lösungen

Die ISN betrachtet diese Änderungen mit Sorge und ergreift Partei für ihre Mitglieder. Insbesondere in der "aktuell katastrophalen finanziellen Situation" sei das ein Desaster, so Dierkes. Dierkes weiter: "Auch wenn die Einmalzahlungen durch die freiwillige Sonderzahlung der Schwarz-Gruppe getragen und ITW auf mögliche Kürzungen bei nicht ausreichendem Budget hingewiesen hat, muss aus meiner Sicht doch noch eine Lösung gefunden werden, damit die betroffenen Betriebe ihre Einmalzahlungen bekommen. Hier sehe ich die ITW und insbesondere die Lebensmitteleinzelhändler in der Pflicht, denn wer A sagt, der muss auch B sagen."

Landwirte werden im Regen stehen gelassen

Mit ihrer Teilnahmebereitschaft hätten die Schweinehalter ein beeindruckendes Signal abgegeben. Ein umso verheerenderes, wenn man sie nun im Regen stehen ließe. "Wo soll das Vertrauen für eine angemessene Bezahlung bei den vom Lebensmitteleinzelhandel geforderten höheren Haltungsstufen 3 und 4 herkommen, wenn es schon jetzt nicht gelingt, Tierwohl auf der Haltungsstufe 2 entsprechend zu honorieren? Ich fordere die ITW und den Lebensmitteleinzelhandel dazu auf, jetzt ein klares Signal zu setzen und schnell für eine angemessene Lösung zur Honorierung der Tierwohl-Maßnahmen auf den Betrieben zu sorgen."

Mit Material von ISN
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