Das Label der Initiative Tierwohl

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Christel Grommel | am

Union zweifelt Pläne zum Umbau der Tierhaltung an

Die Debatte über Billigpreise für Fleisch und bessere Bedingungen in den Ställen ist in vollem Gange. Die Union meldet Zweifel an der Durchführbarkeit eines verbindlichen Tierwohllabels an.

Die Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen haben Pläne zum Umbau der Tierhaltung, unter anderem die Einführung einer verbindlichen Tierhaltungskennzeichnung noch in diesem Jahr. 

Das begrüßen CDU-Fraktionsvize Steffen Bilger und Agrarexperte Albert Stegemann - sie haben aber Zweifel, wie Agrarminister Cem Özdemir die EU-Kommission von der Vereinbarkeit einer zunächst rein nationalen verbindlichen Kennzeichnung mit europäischem Binnenmarktrecht überzeugen wolle.

Kommt das Geld auf den Höfen an?

"Vor allem werden wir genau beobachten, ob das Geld, das Verbraucher an der Ladenkasse für mehr Tierwohl bezahlen sollen, am Ende auch tatsächlich auf den Höfen ankommt", betonen Bilger und Stegemann in einem Schreiben. Hierzu fänden sich im Koalitionsvertrag keine tauglichen Instrumente.

Ex-Agrarministerin Julia Klöckner war mit einem Anlauf für ein freiwillig zu nutzendes Tierwohlkennzeichen gescheitert. Klöckner hatte wiederholt betont, dass dies verbindlich nur EU-weit möglich sei.

Kein "Speiseplan nach dem Gehaltszettel"

Die Debatte um Billigpreise war zum Jahresende wieder aufgeflammt. Bilger und Stegemann bestanden nun auf einer sozialen Ausgewogenheit der Ernährungspolitik, gerade in Zeiten drastisch steigender Lebenshaltungskosten. Nicht jeder könne sich regelmäßig Bioprodukte leisten.

Von Seiten der SPD und FDP setzt man auf die Verbraucherinnen und Verbraucher. Die SPD-Agrarpolitikerin Susanne Mittag sieht das Thema optimistisch: Verbraucher seien ihrer Ansicht nach bereit, einen kleinen Aufschlag zu zahlen, um damit höhere Anstrengungen der Landwirte für mehr Tierwohl zu finanzieren. Bessere Haltungsbedingungen sollten Kunden anhand des verbindlichen Tierwohllabels erkennen. Das vierstufige Siegel solle für Schwein, Geflügel und Rind gelten und nicht nur Fleisch und Milch, sondern auch verarbeitete Ware wie Wurst und Käse umfassen.

Der FDP-Fachpolitiker Gero Hocker will Verbraucher dafür begeistern, regionale deutsche Lebensmittel zu kaufen und so die deutschen Bauern zu unterstützen.

Mit Material von dpa

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