Op-Saal.
Ellen Hartmann | am

USA: Ärzte transplantieren erstmals Schweineherz in einen Menschen

In den USA ist es einem Team aus Ärztinnen und Ärzten erstmals gelungen, einem 57-Jährigen ein genetisch modifiziertes Schweineherz zu transplantieren. Das berichtet das University of Maryland Medical Center in Baltimore.

Der Patient habe unter einer lebensgefährliche Herzkrankheit gelitten und sei am vergangenen Freitag (7. Januar) rund acht Stunden lang operiert worden, berichten US-amerikanischen Medien. Weiter heißt es, dass die OP erfolgreich verlaufen sei und das Herz seine Arbeit aufgenommen habe. Dem 57-Jährigen gehe es zudem gut. 

Eine bahnbrechende Operation

"Diese Organtransplantation zeigt erstmals, dass ein genetisch verändertes Tierherz wie ein menschliches Herz funktionieren kann, ohne dass es der Körper sofort abstößt", erklärte das University of Maryland Medical Center. Nun müsse der Patient weiter beobachtet werden. Für ein menschliches Spenderherz sei er nicht geeignet gewesen, heißt es weiter. "Dies war eine bahnbrechende Operation und bringt uns der Lösung der Knappheit bei Organen einen Schritt näher", sagte der durchführende Arzt Bartley Griffith. Medienberichten zufolge äußerte sich der Patient ebenfalls zur OP mit den Worten: "Ich weiß, es ist ein Schuss ins Dunkel, aber es ist meine letzte Chance." 

Was bedeutet die OP für herzkranke Menschen?

Die Transplantation könnte nun für viele Menschen, die auf ein Spenderherz angewiesen sind, neue Hoffnung bedeuten. Zahlreiche Wissenschaftler experimentieren bereits seit längerem, Organe in Schweinen zu züchten, die dann für Menschen transplantiert werden können - darunter unter anderem Herzen, Nieren und Lungen. Dennoch sind sich viele Experten auch nach der aufsehenerregenden Transplantation in Baltimore sicher, dass noch viele Fragen offen seien. Hier gehe es besonders um die Langlebigkeit des Organs. Erkenntnisse hierzu seien bisher in keinem Fachmagazin veröffentlicht worden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). 

Fortschritt der Xenotransplantation

Bereits im Oktober hatten Ärzte in New York eine Schweineniere für mehr als zwei Tage an einen hirntoten Menschen angeschlossen. Die Niere sei rund 54 Stunden außerhalb des Körpers mit dem Blutkreislauf verknüpft worden und habe "fast sofort" begonnen, zu arbeiten und das Stoffwechselprodukt Kreatinin herzustellen. Zu diesem Zeitpunkt deuteten die Wissenschaftler an, dass es sich hierbei um einen "weiteren Schritt" auf dem Gebiet der Xenotransplantation (der Übertragung von Zellen oder Organen von einer Spezies auf die Andere) handele. Doch es dürfe nicht vergessen werden, dass die Geschichte der Xenotransplantationen lang und von Niederschlägen geprägt sei. Beispielsweise hatten 1984 Ärzte ein Pavianherz in das Baby Fae transplantiert. Nur drei Wochen nach der Operation verstarb das Kind. 

Mit Material von dpa
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