Mastschweine in einer Bucht, Maststall

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Anne-Maria Revermann | am

USA: Schweinehalter wollen mehr Gentechnik

Erst kürzlich wurde in den USA das erste gentechnisch veränderte Schwein zugelassen. Amerikanischen Schweinehaltern geht die Entwicklung zur praktischen Anwendung der Gentechnologie nicht schnell genug. Ein Zuchtunternehmen hegt Bedenken.

Der nationalen Verband der Schweinehalter (NPPC) sowie das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) wollen mehr Gentechnik in der Schweinehaltung. Das erste gentechnisch veränderte Schwein wurde erst kürzlich in den USA zugelassen. Die sogenannte Genom Editierung wird verwendet, um bestimmte Änderungen im Genom eines Tieres vorzunehmen. So entstehen zum Beispiel Schweine, die weniger krankheitsanfällig sind.

Amerikanischen Schweinehaltern und dem Ministerium geht die Entwicklung zur praktischen Anwendung dieser Technologie jedoch nicht schnell genug. Das Genom Editing wird als „für die Viehzucht vielversprechenden Technologie“ angesehen. Deshalb soll es schnellere Zulassungsverfahren für die Technologie geben. Unterdessen warnt ein großes US-Zuchtunternehmen vor möglichen Verbrauchsrückgängen und sinkenden Schweinepreisen.
 

 

Verlagerung in das amerikanische Landwirtschaftsministerium

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat ein „Memorandum of Understanding“ mit der Behörde für Lebensmittelsicherheit (FDA) unterzeichnet, um mehr Mitspracherecht zu erhalten. Ziel ist, dass das Ministerium ab sofort mehr Kontrolle hinsichtlich Lebensmittelsicherheit und Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten Schweinen erhält.

Dies ebne den Weg, um amerikanischen Schweinehaltern gleiche Wettbewerbsbedingungen auf der ganzen Welt zu gewähren, erklärte der scheidende US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue. In der Vergangenheit hätten Vorschriften und überlappende Zuständigkeiten Innovationen erstickt und US-Unternehmen Marktanteilsverluste beschert, heißt es.

Dank seiner Landwirte, Viehzüchter und Produzenten hätten die USA die sicherste und erschwinglichste Lebensmittelversorgung der Welt. Wettbewerber wie China, Brasilien oder Kanada würden diese Technologie bereits vorantreiben. Dort gebe es risikobasierte Regulierungsmodelle, die alle landwirtschaftlichen Anwendungen erfassten und klare Wege zur Kommerzialisierung böten.

Gen-Schweine lösen Bedenken aus

Bei der Genom Editierung werde ein Genom eines Tieres so verändert, dass es resistenter gegenüber Krankheiten sei, weniger Antibiotika benötige und einen geringeren ökologischen Fußabdruck aufweise.

Innerhalb der Zuchtbranche gibt es jedoch auch andere Sichtweisen. So befürchtet das global agierende US-Zuchtunternehmen Genesus negative Effekte auf den Schweinefleischverbrauch und den Export.

Auch die nachgelagerten Stufen bis hin zu den Supermärkten und Fast-Food-Ketten würden diese Bedenken teilen und weigern sich, den Verbrauchern den Verzehr von Gen-Schweinen schmackhaft zu machen. Bei Verbrauchsrückgängen bestehe die Gefahr sinkender Schweinepreise. Das Zuchtunternehmen rät der gesamten Branche vielmehr dazu, sich auf die Förderung und Steigerung des heimischen Pro-Kopf-Verbrauchs von Schweinefleisch zu konzentrieren.

 

Mit Material von AgE

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