Ultra-Tieftemperatur-Gefrierschrank
Maren Diersing-Espenhorst | am

Vechta: Tierärzte legen Corona-Impfstoff auf Eis

Ein Corona-Impfstoff, der bei einer Temperatur von -75 °C gelagert werden muss, und Impfzentren ohne entsprechende Kühlvorrichtung – wie kann das funktionieren? Tierärzte helfen.

Zusammenbrechende Telefonhotlines, nicht erreichbare Websites, fehlende Impfstoffe – die Coronapandemie macht Niedersachsen zu schaffen. Etwa 50 Impfzentren wurden im gesamten Land in Rekordzeit aus dem Boden gestampft. Nur fahren sie noch immer mit Standgas.

Besonders die Lagerung des Pfizer-BioNTech-Impfstoffs ist eine Herausforderung. Denn den Impfzentren werden vom Land Niedersachsen keine Ultra-Tieftemperatur-Gefrierschränke, die eine sichere Aufbewahrung der Phiolen bei -75 °C ermöglichen, zur Verfügung gestellt.

In Visbek, Landkreis Vechta, ist nun ein tierärztliches Labor eingesprungen und stellt diesen zur Lagerung des sensiblen Impfstoffs zur Verfügung.

Corona-Impfstoff nur 10 Tage haltbar

Der Corona-Impfstoff ist ab dem Zeitpunkt seiner Anlieferung unter Verwendung des mitgelieferten Trockeneises höchstens zehn Tage haltbar. Wird das Vakzine hingegen in einem Ultra-Tieftemperatur-Gefrierschrank deponiert, kann er sechs Monate gelagert werden.

Im Landkreis Vechta ist ein tierärztliches Labor eingesprungen. Das WEK-Labor aus Visbek stellte dem Impfzentrum des Kreises kostenfrei einen Ultra-Tieftemperatur-Gefrierschrank zur Verfügung.

„Dadurch können wir den Impfstoff sicher und zuverlässig mit qualitativ gleichbleibend hoher Wirksamkeit lagern und ihn passgenau verimpfen“, sagt Dr. Frank Hammersen, ärztlicher Leiter des Impfzentrums gegenüber der LAND & FORST.

Impfstoff behält volle Wirksamkeit

Für Tierarzt und Laborleiter Dr. Maximilian Casteel war es selbstverständlich, dass sie Hilfe leisten würden. „Wir sind bereits bei den Coronatests aktiv“, sagte Casteel gegenüber der Redaktion. „Als wir dann erfuhren, dass ein Gefrierschrank helfen würde, um die Impfungen besser zu koordinieren, war klar, dass wir gerne einen ausleihen.“

Durch die unbürokratische Hilfe des tierärztlichen Labors, wird sichergestellt, dass der Impfstoff seine volle Wirksamkeit behält, da die Phiolen konstant bei -75°C gelagert werden können.

Dadurch ist das Impfzentrum des Landkreis Vechtas in der Lage, den begrenzt vorhandenen Impfstoff koordiniert einzusetzen. Außerdem werden die Mitarbeiter des Zentrums geschützt, da das Gefährdungsrisiko durch den Umgang mit dem Trockeneis deutlich gesenkt wurde.

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