Fleischersatzprodukte im Supermarkt
Christel Grommel | am

Verbände kritisieren Bezeichnungen auf Fleischersatzprodukten

Sechs EU-Dachverbände des landwirtschaftlichen Berufsstandes, der Fleischverarbeiter und -vermarkter haben irreführende Bezeichnungen auf pflanzlichen Ersatzprodukten kritisiert.

Sie warnten in einer Erklärung vor einer Vereinnahmung traditionell aus Fleisch bestehender Spezialitäten durch in der Regel ernährungsphysiologisch "weniger wertvollere" pflanzliche Ersatzprodukte. 

Man erkenne an, dass pflanzliche Erzeugnisse unter Umständen eine Proteinquelle darstellten. Diese hätten aber nicht den gleichen Nährwert wie die tierischen Produkte, die man imitieren wolle. Eine Darstellung, dass es sich bei den Ersatzprodukten um eine gesündere Alternative handele, sei nicht zu akzeptieren. Zudem enthielten die Ersatzprodukte häufig hohe Anteile von Zusatzstoffen, Salz, Zucker und Fett. 

Den Herstellern von Fleisch- und Milchimitationen werfen die Dachverbände deshalb eine "aktiv betriebene Marktverzerrung" vor. Des Weiteren wird die "tiefe kulturelle Verwurzelung" von Fleischbezeichnungen wie Speck, Schinken, Carpaccio, Steak, Filet, Koteletts oder Salami betont. Viele dieser Spezialitäten wiesen aufgrund der harten Arbeit von Landwirten und Metzgern sowie der unterschiedlichen Bedingungen der verschiedenen Regionen einen "einzigartigen Charakter" auf.

Die sechs EU-Dachverbände pochen daher mit Nachdruck auf einen Schutz dieser Bezeichnungen gemäß dem Vorbild der geschützten geografischen Angaben (g.g.A.) und geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.). Die Hersteller von Fleisch- und Milchersatzprodukten werden in der Erklärung aufgefordert, neben der von ihnen immer hervorgehobenen, eigenen Kreativität, auch "fair zu sein".

Mit Material von AgE

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✔ Mehrleser-Funktion

✔ Artikel merken und teilen

✔ exklusiv: Audio und Video

✔ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✔ 3 Endgeräte
✔ Merkliste
✔ Audio und Video
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Fragen zum Niedersächsischen Weg
  • Thema der Woche: Landwirte ohne Perspektiven? FFH-Gebiet in Ostfriesland geplant
  • Pflanzenbau: Getreide: Tipps zur Herbstaussaat
  • Tierhaltung: ASP und die Folgen für den Markt
  • Forstwirtschaft: Was leisten Spalter und Hacker?
  • Leben auf dem Land: Bio-Bäckerei in Stöckendrebber

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen