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Anne-Maria Revermann | am

Verstoß gegen Tierschutz bei Puten: Staatsanwaltschaft ermittelt

Eine Puten-Brüterei in Niedersachsen wird verdächtigt, Küken beim Kürzen des Schnabels nicht die vorgeschriebenen Schmerzmittel verabreicht zu haben. Nun schaltet sich die Staatsanwaltschaft Oldenburg ein.

Eine Brüterei in Niedersachsen soll gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. Der Vorwurf lautet, dass Putenküken beim Kürzen der Schnäbel nicht die vorgeschriebenen Schmerzmittel bekommen haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang.

Die beschuldigte Brüterei wolle sich nicht zu den Vorwürfen äußern, so die NOZ. Der Geschäftsführer räumte jedoch ein, dass sein Unternehmen derzeit über keine gültige Genehmigung zum Schnabelkürzen verfügt.

Mehr Küken geschlüpft als Schmerzmittel bezogen

Das Kürzen von Schnäbeln ist in Deutschland nur mit einer Ausnahmeerlaubnis gestattet. Das Land Niedersachsen schreibt per Erlass zusätzlich die Gabe von Schmerzmitteln vor.

Nach Recherchen der NOZ-Redaktion sollen mögliche Probleme in der Brüterei in Niedersachsen der zuständigen Veterinärbehörde des Landkreises Oldenburg aufgefallen sein. Die Behörde in Wildeshausen muss der Brüterei jedes Jahr das Kürzen der Schnäbel genehmigen. Dabei soll bei der Überprüfung von Unterlagen aufgefallen sein, dass deutlich mehr Küken geschlüpft sind, als Schmerzmittel bezogen wurden.

Puten-Brüterei äußert sich bislang nicht

Bei wie vielen Puten womöglich keine Schmerzmittel verabreicht worden sind, sei unklar. Das Unternehmen selbst antwortete dazu nicht. Der Verdacht beziehe sich aber auf eine „erhebliche Anzahl an Tieren“, so die NOZ.

Die Vermarktung von Puten mit ungekürztem Schnabel gilt - zumindest auf dem deutschen Markt - als schwierig, da die Tiere unter anderem zum Federpicken neigen.

PETA-Demonstration-Aktion

Tierschutz-Verstoß vom Kreis gemeldet

Offenbar war es die Kreisbehörde, die die Staatsanwaltschaft über die möglichen Tierschutzgesetz-Verstöße informiert hat. Im Jahr 2021 seien in der Puten-Brüterei etwa 6,5 Millionen Küken geschlüpft. Die Behörde beruft sich dabei auf eine Meldung des Unternehmens.

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