Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies fordert zur Aktionswoche Politik, Lebensmittelhandel und Verbraucher auf, 5D zu unterstützen. 
Ellen Hartmann | am

Video-Aktionswoche: Schweinehalter kämpfen um Existenz und fordern 5D

Bereits seit Montag (15. November) läuft deutschlandweit eine Aktionswoche der Schweinehalterinnen und Schweinehalter. In Videobotschaften fordern sie Politik, Lebensmittelhandel und Verbraucher dazu auf, auf 5D zu setzen - also auf in Deutschland geborene, aufgezogene, gemästete, geschlachtete und verarbeitete Tiere.

"Die Lage unserer Schweinemäster und Ferkelerzeuger ist weiterhin existenzbedrohend", sagt Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen. "Wir dürfen nicht aufhören, auf diese schlimme Situation auf Niedersachsens schweinehaltenden Höfen aufmerksam zu machen und appellieren deshalb nun auch mit Videos betroffener Landwirte an Politik, Lebensmittelhandel und Verbraucher, sich für das in Deutschland geborene, aufgezogene, gemästete, geschlachtete und verarbeitete Schwein – also 5xD – zu bekennen."

Was wollen Halter und Mäster mit der Aktion erreichen?

Schon seit Anfang der Woche zeigen Schweinehalter mit Videobotschaften auf, dass ohne die Festlegung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung,  zusätzlicher Rahmenbedingungen von Seiten der Politik sowie ohne Bekenntnisse der Verbraucher, zu den deutschen, qualitativ hochwertigen Produkten, in vielen Ställen bald das Licht ausgehen könnte. "Seit Monaten verschlechtert sich die Situation unserer schweinehaltenden Betriebe zusehends", mahnt Hennies. "Niedrige Erzeugerpreise bedingt u.a. durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der ASP sowie eine Politik, welche die Schweinehalter buchstäblich im Regen stehen lässt, bedrohen die Existenz der Veredelungsbranche und damit die vieler Bauernfamilien."

Wenn im Stall das Licht ausgeht

Vor wenigen Wochen hatten viele niedersächsische Schweinehalter bereits über die sozialen Netzwerke auf ihre existenzbedrohende Lage hingewiesen. Bei der jetzigen Aktionswoche wollen zahlreiche Landwirte aus Deutschland auf ihre Situation aufmerksam machen. Laut dem Landvolk Niedersachsen lasse der mangelnde Einsatz von Politik und Lebensmittelhandel viele Bauern fürchten, dass "diese Akteure die schwierige Lage der Schweinebauern nicht ernst nehmen und deren Situation gar verkennen" würden. "Der Lebensmittelhandel muss sich endlich zu seiner Verantwortung bekennen, indem er das deutsche Fleisch, das zu höheren Tierwohlstandards produziert wird, auch fair bezahlt", fordert der Landvolkpräsident daher. 

Appell an die Verbraucher

Gerade die Politik müsse ihre Hausaufgaben machen, so Hennies: "Wir benötigen Baugenehmigungen, um auf die gewünschten Tierwohlställe umbauen zu können. Unsere Bauern brauchen ein sicheres Einkommen aus diesem Bereich. Sie brauchen eine sichere Finanzierung höherer Tierwohlstandards, und das muss endlich von der neuen Regierung umgesetzt werden." Dies gelte auch für die verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft und der Haltungsform, damit Verbraucher erkennen könnten, woher die Lebensmittel stammen und wie sie produziert wurden. "Hier setzen wir auch auf die Unterstützung der Verbraucher", erklärt Hennies. "Achten Sie bitte beim Einkauf darauf, dass Wurst und Fleisch aus Deutschland kommen und unterstützen sie somit unsere Forderung nach 5D, damit auch zukünftig gutes Fleisch aus Deutschland oder gar aus der Region kommen kann."

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