Ein Schwein in einem Maststall
Anne-Maria Revermann | am

Zu viele Schweine: Weihnachten droht die Eskalation

Derzeit warten 570.000 Schweine auf die Schlachtung - Tendenz steigend. Droht an Weihnachten die nächste Eskalationsstufe?

Der Überhang an Schweinen baut sich immer weiter auf. Momentan liegt er bei über 570.000 Tieren. Diese Zahl geht aus Schätzungen der ISN hervor. Jede Woche kommen 30.000 bis 60.000 Tiere hinzu. Der Schweinestau schreitet voran.

Auch bei Schweinehaltern spitzt sich die Lage zu, denn es wird eng. Stallplätze werden nicht frei. Laut ISN drohe in spätestens sieben Wochen, also zu Weihnachten, die nächste Eskalationsstufe, da durch die Feiertage mehrere Schlachttage wegfallen.

Eine Millionen Schweine in der "Warteschleife"

Schon in normalen Jahren baue sich aufgrund der eingeschränkten Schlachtungen an Feiertagen, wie Weihnachten, ein Überhang an Schweinen auf, der bis in den späten Januar abgebaut werden muss, berichtet die ISN.

In normalen Jahren wird die Schlachtung von Schweinen allerdings in die Tage vor Weihnachten verlegt, um die Situation zu entzerren. Diese Maßnahme ist wegen der aktuell verringerten Schlachtkapazitäten in diesem Jahr nicht möglich.

Die Zahl der angestauten Schweine über Weihnachten und Neujahr könnte also nahezu explodieren, befürchten Martexperten. Ob dieser theoretische Wert von weit über einer Million Schweinen überhaupt in die deutschen Ställe passt, sei fraglich. Fest stehe, dass es zu massivm Platzmangel und Tierschutzproblemen komme.

Lösung ist in Sicht

Um dem Horrorszenario zu entgehen, sei sofortiges Handeln nötig, fordert die ISN. Das Problem sei lösbar, wenn man politisch dazu bereit wäre. Die wirkungsvollste Maßnahme sei die höchstmögliche Auslastung aller Schlachtkapazitäten in Deutschland.

Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück allein könnten noch 40.000 Schweine pro Woche geschlachtet werden. Um die Mitarbeiter aber nicht zu überlasten, brauche es neben der vorübergehenden Flexibilisierung der Arbeitszeiten durch verlängerte Schichten und teilweise die Arbeit an Sonn- und Feiertagen, aber weitere Hilfsmaßnahmen.

Barbara Otte-Kinast zur Notlage der Schweinehalter

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