Über Tierwohl-Ställe wird weiter fleißig diskutiert. Führende Expertinnen und Experten haben jetzt auf Haus Düsse ganz konkrete Stallmodelle präsentiert.
Christa Diekmann-Lenartz | am

Vorstellung auf Haus Düsse: Neue Ställe hat das Land

Über Tierwohl-Ställe wird weiter fleißig diskutiert. Führende Expertinnen und Experten haben jetzt auf Haus Düsse ganz konkrete Stallmodelle präsentiert.

Während die Politik weiter darüber diskutiert, ob und wie man zu mehr Tierwohl in den Ställen kommen kann und wer das bezahlen soll, haben führende Experten aus den Bereichen Stallbau, Stallklima, Fütterung und Haltungstechnik schon konkrete Ställe entwickelt. Sie sollten tierfreundlich, umweltgerecht, klimaschonend und verbraucherorientiert gestaltet und dabei auch wettbewerbsfähig sein. Die Konzepte dazu wurde gestern auf Haus Düsse (LWK Nordrhein-Westfalen) vorgestellt.  

Die "gesamtbetrieblichen Haltungskonzepte"

Seit etwa drei Jahren haben sich regelmäßig Experten der Landwirtschaftskammern und der Landesanstalten für Landwirtschaft sowie weiterer Institutionen getroffen, um Ställe mit mehr Tierwohl zu entwerfen. Dies war ein Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die "gesamtbetrieblichen Haltungskonzepte" für Sauen, Ferkelaufzucht, Junghennen und Milchvieh wurden gestern auf Haus Düsse präsentiert. Von einigen Stallkonzepten sind Modelle in kleinem Maßstab gebaut worden, die Besucher sich ebenfalls vor Ort anschauen konnten.

Arbeitsgruppe "Sauen und Ferkelaufzucht" hat 16 Planungsbeispiele erarbeitet

Die Arbeitsgruppe "Sauen und Ferkelaufzucht" hat 16 Planungsbeispiele erarbeitet, darunter acht komplette Sauenställe, zwei Abferkelställe, einen Wartestall, zwei Deck- und Warteställe sowie drei Ferkelaufzuchtställe. Im Mittelpunkt stand dabei, wie Sprecher Gerd Franke gestern betonte, das Tier mit seinen Bedürfnissen. In Kürze ist zu den Stallmodellen eine umfangreiche Fachbroschüre verfügbar, die derzeit in Druck ist.

Für Praxis, Beratung und Bildung bietet die Broschüre konkrete Vorschläge und Empfehlungen zu folgenden Themen:

  • zukunftsfähige Stallmodelle unter Berücksichtigung von Buchtenstrukturierung, Platzangebot, Liegeflächengestaltung, Säugezeit, Auslauf und Außenklima
  • Standortfindung und immissionsschutzrechtliche Bewertung von Haltungsverfahren
  • verfahrenstechnische Lösungen zur Fütterungs-, Entmistungs- und Stallklimatechnik
  • Einbringen von organischem Material im Zusammenhang mit der Fütterung, Beschäftigung und als Einstreu
  • Eignung von Futtermitteln und organischen Beschäftigungsmaterialien als Rohfaserträger zur Förderung der Tiergesundheit

Die neu entwickelten Stallmodelle wurden auch ökonomisch bewertet, vor allem auch in Bezug auf den zusätzlichen Arbeitszeitbedarf durch Gruppenhaltung, Auslauf und Beschäftigungsfutter.

Für Mastschweine sind entsprechende Stallkonzepte bereits auf der EuroTier 2018 gezeigt worden – und fanden damals große Beachtung. Die dazu veröffentlichte Fachbroschüre mit einer Auflage von 12.000 Exemplaren ist vergriffen, wird aber neu aufgelegt.

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