Schweinestall in den Niederlande
Laura Schneider | am

"Warme Sanierung": Attraktiver Ausstieg für Schweinehalter

Die niederländische Regierung will den Ausstieg aus der Schweinehaltung fördern. Die Zahl der Interessenten ist groß.

Die niederländische Regierung plant eine subventionierte Abstockung des Schweinebestandes. Mit der sogenannten „warmen Sanierung“ (warme sanering varkenshouderij) will sie den Haltern einen Ausweg aus der steigenden Belastung bieten.

Daneben soll die Extensivierung in regionalen Produktionshochburgen die Geruchsbelästigungen für die Nachbarschaft vermindern. Außerdem hat die Regierung vor, die Umweltbelastungen durch Treibhausgasemissionen und Gülle reduzieren.

Mehr als 500 Bewerbungen für Ausstieg aus der Schweinehaltung

Die Ausschreibungsfrist für das Sanierungsprogramm endete am 15. Januar 2020. Es wurde deutlich überzeichnet: Die Regierung hatte mit 300 ausstiegswilligen Betrieben gerechnet, aber 503 Schweinehalter haben ihre Bewerbungen abgegeben.

Ursprünglich sollten Mitte April die Zulassungsbescheide für die Teilnahme am Programm versendet werden. Weil so viele Anträge eingegangen sind, verzögert sich das nun bis zum 14. Juli.

Budget von 180 Mio. Euro soll erhöht werden

Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten kündigte an, dass das Budget für die Subventionen erhöht werden soll, weil der geplante Betrag von rund 180 Mio. Euro nicht ausreiche. Wie hoch das zusätzliche Budget sein wird, werde zurzeit geklärt.

Der ursprüngliche Finanzierungsplan sah 120 Mio. Euro für den Herauskauf von Schweineproduktionsrechten vor. Die betroffenen Tierhalter müssen ihre Ställe abreißen. Die restlichen 60 Mio. Euro sollten zur Förderung von Stallmodernisierungen eingesetzt werden.

Schwierige Entscheidung für Landwirte

Schouten versteht, dass die Schweinehalter eine schwierige Entscheidung getroffen haben, um an dem Programm teilzunehmen. „Die Kündigung eines Unternehmens ist nicht nur ein Verwaltungsvorgang oder ein Jobwechsel. Es geht um Menschen, die diese Arbeit ihr ganzes Leben lang oder schon seit Generationen machen“, erklärte sie.

Teilnahmeberechtigt an der „warmen Sanierung“ waren Betriebe in den Schweinehaltungshochburgen in den Regionen Süd- und Osthollands, die die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Geruchsbelästigung: Ein externes Unternehmen musste für Wohnsiedlungen in einem Umkreis von 1.000 m eine Geruchsbelastung von mindestens 0,40 Geruchseinheiten (OUe) pro Kubikmeter nachweisen.
  • Bereitschaft zum Rückbau beziehungsweise Abriss von Ställen, Futtersilos, Güllebehältern und Dunglagerstätten
  • Tierhaltung bei Antragstellung seit mindestens fünf Jahren

Den gesamten Artikel lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 21/2020 und in der digitalen Ausgabe.

Mit Material von Mechthilde Becker-Weigel

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