Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft das Risiko, dass die Geflügelpest erneut aufflammen könnte als hoch ein.
Ellen Hartmann | am

Warnung vor neuem Aufflammen der Geflügelpest

Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wird das Risiko, dass die Geflügelpest erneut durch den herbstlichen Vogelzug aufflammen könnte als hoch eingeschätzt. Noch im Juni war das Risiko als gering eingestuft worden.

Weiter schätzt das Friedrich-Loeffler-Institut auch das Risiko einer Ausbreitung der Geflügelgrippe bei Wild- und Wasservögeln als hoch ein. Hierauf macht das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) aufmerksam. Noch im Juni fiel die Risikoeinschätzung des FLI anders aus: damals schätzte das Institut das Risiko der Ausbreitung des Virus bei Wasservögeln als gering bis mäßig ein. 

Was sollten Geflügelhalter jetzt tun?

Sollten sich die Geflügelpest-Viren bei Wildvögeln wieder vermehren, steigt auch die Gefahr der Einschleppung in Haustierbestände. Geflügelhalterinnen und Geflügelhaltern wird daher jetzt geraten, die betriebliche Biosicherheit zu prüfen, zu optimieren und konsequent umzusetzen, heißt es dazu vom ML. Doch auch Hobbygeflügelhalter wie Rassegeflügelzüchter sollten aufmerksam und vorsichtig sein. " Es gilt, den direkten und indirekten Kontakt von Haus- und Wildvögeln unbedingt zu vermeiden", so das ML. Zusätzlich sollte auch beim Zukauf von Geflügel bei reisenden Händlern darauf geschaut werden, gesunde Tiere zu kaufen. 

Gezeichnet von der Geflügelpest

Deutschland war von Ende Oktober 2020 bis April 2021 vom bisher größten und stärksten Ausbruch der Tierseuche getroffen worden. Betroffen waren insbesondere viele Halterinnen und Halter in Niedersachsen, hier lag die Zahl der Ausbrüche bei 71 bei Hausgeflügel. Niedersachsen ist das geflügelstärkste Bundesland. Im Juni 2021 wurde in Niedersachsen der letzte Ausbruch der Geflügelgrippe in einer kleinen Geflügelhaltung im Landkreis Osnabrück dokumentiert. Neu am Ausbruch der Seuche war, dass das Virus in diesem Sommer nicht aus der europäischen Wildvogelpopulation verschwunden ist. Das war in der Vergangenheit meist der Fall. Mehrfach wurde die Krankheit in diesen Sommermonaten bei Wasser- und Greifvögeln in den nordeuropäischen Ländern festgestellt. 

Weitere Fälle nachgewiesen

Bei einzelnen Wildvögeln wurde das Virus im Juni und Juli auch noch in Niedersachsen nachgewiesen. Auch bei Hausgeflügel gab es in den Sommermonaten Ausbrüche, wie am 24. August in den Niederlanden oder am 2. September bei gehaltenen Vögeln in Belgien. Aktuell wird der Ausbruch der Geflügelpest in einer kleinen Haltung in Luxemburg in Zusammenhang mit dem Ausbruch in Belgien gebracht. Dieser wurde womöglich durch Handelsaktivitäten verursacht, berichtet das ML. Zudem gibt es im westlichen Teil Russlands Nachweise der Tierseuche sowie Fälle bei Wildvögeln nahe der Grenze zu Nordkasachstan. Dies lasse befürchten, dass sich das Virus mit dem Herbstzug von Wasservögeln wie im letzten Jahr nach Europa ausbreiten werde, schätzt das ML. 

Mit Material von ML
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