on_Stallverneblung
Andreas Pelzer, Haus Düsse | am

Mit Wasser Hitzestress im Kuhstall vermeiden

Wie kann ich an heißen Sommertagen die Temperatur im Rinderstall senken, wenn auch ein hohes Luftvolumen und Ventilatoren das nicht mehr schaffen? Wie wäre es mit vernebeln und besprenkeln?

Hitzestress führt zu verminderter Futteraufnahme, verkürzter Liegezeit, Leistungseinbrüchen sowie Gesundheits- und Fruchtbarkeitsproblemen. Selbst in neuen Ställen mit viel Luftvolumen, hoher Luftaustauschrate und Ventilatoren ist es gefühlt häufig zu heiß. Wie wäre es mit dem Einsatz von Verneblungs- und Besprenkelungstechnik?

Die heißen Tage nehmen zu

Durch den Klimawandel könnte die Zahl von heißen Tagen mit Temperaturrekorden sowie Nächten ohne merkliche Abkühlung zunehmen. Hinzu kommt, dass die Kühe durch hohe Futteraufnahmen und Leistungen eine enorme Stoffwechselaktivität erbringen, bei der Wärme produziert und abgegeben wird. Bei einer Kuh mit einer Leistung von 14.000 kg werden bis zu 2.000 Watt Wärme erzeugt, die abzuführen sind.

Lüften reicht nicht aus

Stall und Management müssen also optimal auf diese Herausforderungen ausgelegt werden. Die vergangenen heißen Sommer haben gezeigt, dass das Lüften der Ställe häufig nicht ausreicht, um Kühe vor Hitzestress zu bewahren. 

Es gibt im Wesentlichen zwei Systeme, die sich in ihrer Funktionsweise unterscheiden. Zum einen die Hochdruckverneblung mit sehr feinen Wassertropfen in Form von Nebel sowie die Besprenkelung/Niederdruckversprühung in Form von großen Wassertropfen, welche die Kühe benetzen. Beide Systeme sollten nur in Kombination mit Ventilatoren eingesetzt werden und müssen zeit- bzw. sensorgesteuert arbeiten.

Temperatur und Feuchte

Bei der Hochdruckverneblung wird Wasser in kleinste Tropfen zerstäubt, durch die vorbeistreichende Luft der Ventilatoren mitgerissen und somit zur aktiven Senkung/Kühlung der Stallluft genutzt. Die Kühe werden dabei nicht nass. Diese Systeme funktionieren nur gut bei niedriger Luftfeuchtigkeit.

Bei der Besprenkelung benässen große Wassertropfen die Kühe. Es bildet sich ein leichter Wasserfilm, der auf ihnen verdunstet.

Durch die entsprechende Verdunstungskälte wird dem Körper Wärme entzogen. Ventilatoren transportieren die nasse Luft aus dem Stall. Auf keinen Fall sollte die Kuh so nass werden, dass Wasser ans Euter bzw. an die Zitzenspitzen gelangt und dort ein Infektionsrisiko darstellen kann. Die Anlagen sollten in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchte nach dem Temperatur-Feuchte-Index (THI) gesteuert werden.

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