Wendelin_Schmuecker

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Kristina Wienand | am

Wegen Waffenerlaubnis zur Wolfsabwehr: Schäfer will vor OVG ziehen

Vor zwei Monaten entschied ein Gericht: Ein Schäfer aus dem Kreis Harburg darf sich nicht mit einer Waffe vor Wolfsangriffen schützen. Doch nun hat der Schäfer Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt.

Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg hatte einem Schäfer aus dem Landkreis Harburg verboten, seine Schafe mit einer Waffe vor Wolfsangriffen zu schützen. Der Landwirt hat nun beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht eine Zulassung der Berufung beantragt.

Das Verwaltungsgericht der Hansestadt bestätigte den Antrag am Dienstag. Das Urteil war Mitte September gesprochen worden.

Mit Flinte Wölfe abschrecken

Der Schäfer Wendelin Schmücker hatte argumentiert, dass er mit der Flinte sich seiner Herde nähernde Wölfe abschrecken und notfalls auch töten könne.

Es ging um die Erteilung waffenrechtlicher Erlaubnisse zum Erwerb und Führen einer Flinte im Kaliber 12 sowie auf Erteilung einer Schießerlaubnis.

Die Stadt Winsen (Luhe) hatte zuvor entsprechende Anträge abgelehnt.

In Niedersachsen gibt es immer mehr Wölfe, aber angeblich weniger Wolfsrisse. Die Landesjägerschaft erklärt, warum sie daran Zweifel hat.

Das sagen die Anwälte

Es bestehen ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Urteils, die Rechtssache weist besondere rechtliche Schwierigkeiten auf und die Rechtssache ist von grundsätzlicher Bedeutung, schreiben die Anwälte des Klägers, wie der Förderverein der Deutschen Schafhaltung (FDS) mitteilte. 

Demnach sei bei der Lektüre des schriftlichen Urteils auch erkennbar, dass das Gericht erster Instanz wesentliche Tatsachen völlig außer Acht gelassen hat und möglicherweise den Kläger und auch sein entsprechendes zum Teil emotionales Vorbringen in der Hauptverhandlung nicht hinreichend ernst genommen hat.

Waffe als Notlösung

“Eine waffenrechtliche Erlaubnis als Notlösung, denn sie ist die derzeit einzige Antwort darauf, weil unsere Weidetiere den Wölfen hilflos ausgeliefert sind“, sagte der FDS-Vorsitzende Wendelin Schmücker. 

Der Schäfer erklärt weiter: „Da alle empfohlenen passiven Herdenschutzmaßnahmen nicht dauerhaft erfolgreich sind, bleibt eben nur die Selbstverteidigung. Nur durch den Einsatz von Waffen werden die Wölfe lernen, dass Weidetiere unter menschlichem Schutz stehen und Übergriffe ein Risiko darstellen – dass es also besser für ihn ist, Abstand zu halten.“

Mit Material von dpa, FDS
Niedersachsen ist das Bundesland mit den zweitmeisten Wolfsrudeln in Deutschland.

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