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Maren Diersing-Espenhorst | am

Weidetierhalter sprechen über ihre Erlebnisse mit dem Wolf

Weidetierhalter berichteten bei einem Informationstag der Bürgerinitiative für wolfsfreie Dörfer in der Ellerndorfer Heide über ihre Erfahrungen mit dem Wolf. Sie schilderten der LAND & FORST ihre Sorgen, Ängste und Wünsche an die Politik.

Wendelin Schmücker aus Winsen (Luhe) bewirtschaftet mit 640 Mutterschafen 85 ha Fläche und betreibt zudem Wanderschafhaltung.

Zweimal wurden seine Tiere in den vergangenen zwei Jahren von Wölfen angegriffen. „Ich wünsche mir, dass der Wolf so schnell wie möglich bejagt wird“, sagt Schmücker. „Das Wettrüsten mit immer höheren und noch mehr Zäunen hilft uns nicht weiter.“

„Wir wollen nur nicht mit so vielen Wölfen leben.“

Dem schließt sich auch Dirk Kassebaum aus Suderburg-Räber an. Er züchtet zusammen mit seiner Frau Sabine Ponys. „Der Wolf hat unsere Herde bereits mehrfach gehetzt, sodass zwei unserer Stuten Aborte erlitten“, berichtet er. Inzwischen schützt er seine Tiere mit mindestens fünf Litzen.

„Das Aufstellen der wolfsabweisenden Zäune dauert lange und macht viel Arbeit“, so der Pferdehalter. „Ich würde mir wünschen, dass der Wolf endlich bejagt wird.“ Er und seine Frau sind Mitbegründer der Bürgerinitiative für wolfsfreie Dörfer. Sie wollen beim Informationstag nicht gegen den Wolf aufhetzen. „Wir wollen nur zeigen, dass es auch um das Leben unserer Tiere geht“, so Kassebaum. „Artenschutz darf eben nicht nur eine Art betreffen.“ Er und seine Frau fordern nicht, dass sie ohne den Wolf leben wollen: „Wir wollen nur nicht mit so vielen Wölfen leben.“

"Wir brauchen endlich praktikable Lösungen"

Mehr als 100 Tiere töteten Wölfe im Kreis Lüneburg nachweislich in diesem Jahr. Deutschlandweit gibt es derzeit 61 bestätigte Rudel, 12 Paare und 6 Einzeltiere. Schafhalterin Ulrike Galler aus Meßendorf hatte auch bereits Kontakt mit einigen dieser Exemplare. Selbst musste sie noch keinen Riss in ihrer 115-köpfigen Herde erleben, aber ihr Nachbar war betroffen.

„Das möchte ich nicht nochmal erleben“, sagt sie. „Das ist ein belastender Anblick.“ Galler schützt ihre Tiere inzwischen mit bis zu vier Zaunreihen. „Ein Riesenaufwand, der viel Zeit, Kraft und Geld kostet“, sagt sie. „Für das Freischneiden der Fläche und Aufstellen eines Zauns um eine Fläche von 0,75 ha brauche ich einen halben Tag. Ich werde also mehrfach bestraft; mit mehr Arbeit, höheren Kosten für den Zaunbau und weniger Futterfläche.“ Sie wünscht sich ein Ende der Lippenbekenntnisse: „Die helfen uns nicht weiter. Wir brauchen endlich praktikable Lösungen.“

Den Beitrag sowie alle Video-Interviews der Weidetierhalter finden Sie in der aktuellen LAND & FORST 34/2020 und in unserer digitalen Ausgabe.

Aktionstag von Weidetierhaltern

Deutsche Weidetierhalter berichten über Existenzbedrohung: Artenvielfalt ade? Abschied von der Idylle? Unter der Schirmherrschaft des Fördervereins der deutschen Schafhaltung e.V. findet am Sonntag, den 06.09.2020 von 11 bis 17 Uhr ein Aktionstag satt. Weidetierhalter öffnen überall zur selben Zeit ihre Hoftore, um mit möglichst vielen Bürgern und Politikern ins Gespräch zu kommen.

Die Weidetierhalter wollen Interessierten zeigen, was Tierhaltung mit Schaf, Rind und Pferd auf Weiden für Tierwohl, artgerechte Haltung und Erhalt der Artenvielfalt bedeutet. Sie wollen aber ebenso darauf aufmerksam machen, wie der Wolf ihre Existenz bedroht.

Inhalte der Ausgabe

  • Gänsezucht: Risiko nimmt zu
  • Verhaltenstipps für Jäger bei Verkehrskontrollen
  • Tipps zur Auswahl von Landwirtschaftsreifen
  • E-Mail-Management im Agrarbüro
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