Wolf-Niedersachsen
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Weiterer Wolf in Niedersachsen zum Abschuss freigegeben

Der Leitrüde des Wolfsrudels von Rodewald im Kreis Nienburg soll abgeschossen werden. Das gab das Umweltministerium jetzt bekannt.

Das Umweltministerium in Niedersachsen gibt zum zweiten Mal einen Wolf zum Abschuss frei. Nach zahlreichen Rissen von Rindern und Ponys soll der Leitrüde des Wolfsrudels von Rodewald im Landkreis Nienburg abgeschossen werden. Damit würden weitere wirtschaftliche Schäden bei Tierhaltern verhindert.

Der überwiegende Teil der Dutzenden von Nutztierrissen in der Region könne nachweislich dem Leitrüden zugeordnet werden, der auch Elektrozäune überwinde, erklärte das niedersächsische Umweltministerium in Hannover.

Entscheidung mit großer Sorgfalt abgewogen und getroffen

"Die Entscheidung habe ich mit großer Sorgfalt abgewogen und getroffen", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). Eine Abwägung der Alternativen habe jedoch gezeigt, dass eine rechtzeitige Tötung des Rüden geboten sei.

Für ihn sei die größte Herausforderung beim Artenschutz für den Wolf, die Akzeptanz in der Bevölkerung auch auf dem Lande auf Dauer zu sichern. Das bedeute unter Umständen auch, einzelne Tiere mit problematischem Verhalten töten zu müssen, "bevor sie ihren Nachkommen beibringen, wie Rinder gerissen oder wolfsabweisende Zäune übersprungen werden."

20 Wolfsrudel in Niedersachsen

Erstmals war im April 2016 ein Wolf in Niedersachsen mit behördlicher Genehmigung abgeschossen worden, weil er einen Hund angegriffen und zuwenig Scheu vor Menschen gezeigt hatte. Der Wolf mit dem Spitznamen Kurti kann inzwischen ausgestopft als Teil einer Wanderausstellung bestaunt werden.

In Niedersachsen gibt es etwa 20 Wolfsrudel mit 200 bis 250 Tieren.

Mit Material von dpa

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