Hühner in einem Hühnerstall.
Ellen Hartmann | am

Zum Welttierschutztag: Niedersachsen fordert artgerechtere Haltung

Heute (4. Oktober) ist Welttierschutztag. Doch für eine Landesbeauftrage für den Tierschutz steht das Tierwohl täglich an erster Stelle, heißt es vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML).

In Niedersachsen ist Michaela Dämmrich die Landesbeauftragte für mehr Tierschutz. Zum Welttierschutztag macht Dämmrich auf zahlreiche Baustellen beim Thema Tierschutz aufmerksam. "Die Gesellschaft ist reif für eine Änderung unseres Umgangs mit Tieren und fordert diese auch ein", so die Landesbeauftragte. 

Gesellschaft fordert mehr Tierwohl

So zeige die europaweite "End the Cage Age"-Bewegung, dass die Gesellschaft eine tierwürdigere Haltung einfordere. Denn Tierschutz und Regionalität würden eine immer größere Rolle spielen - gerade bei der Kaufentscheidung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Um dies umzusetzen, würden sich die von der Bundesregierung eingesetzte Borchert-Kommission und die Zukunftskommission darum bemühen, eine tiergerechtere Haltung von Nutztieren zu erreichen und die Tierhaltung in Deutschland gleichzeitig zukunftsfähig zu halten. "Neben einer Tierwohlabgabe auf tierische Produkte und einer verpflichtenden Haltungskennzeichnung wird dabei auch eine Herkunftsbezeichnung tierischer Produkte unbedingt erforderlich sein, um ein wirkliches 'Mehr an Tierschutz' in Deutschland zu erreichen, ohne von Billigimporten überrannt zu werden", so Dämmrich. 

Es brauche eine Änderung des Tierschutzgesetzes

Laut der Landesbeauftragten seien Tiertrabsporte in Drittländer ein weiteres Thema. "Um das Leid der transportieren Tiere zu reduzieren, müssen europaweit stärkere Restriktionen erfolgen sowie die EU-Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport neu geregelt werden", fordert sie. Zusätzlich sei auch die Änderung des Tierschutzgesetzes und der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zwingend erforderlich, da in den aktuellen Fassungen ganze Tiergruppen, wie Puten, Bruderhähne und Milchrinder, fehlen würden. "In Niedersachen wurden diesbezüglich im Tierschutzplan, einem Arbeitsprogramm zur Erarbeitung tierschutzgerechter Haltungsbedingungen, bereits entsprechende Leitlinien erarbeitet, die per Erlass umgesetzt wurden", so Dämmrich. "So dürfen Legehennen in Niedersachsen nicht schnabelgekürzt gehalten werden und es gibt eine Förderung für die Haltung von Schweinen mit ungekürztem Ringelschwanz."

Hilfen für Tierheime

Weiter sei auch der illegale Welpenhandel ein großes Problem. "Um diesem entgegenzuwirken ist eine bundesweite Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen in einem Haustierregister verpflichtend einzuführen." In Niedersachsen ist dies für Hunde bereits Pflicht. Dämmrich fordert weiter, dass das anonyme Anbieten von Tieren untersagt werden müsse. 

In Niedersachsen werde die kostenlose Kastration von verwilderten Hauskatzen zudem finanziell gefördert. Seit Beginn der Aktion 2018 seien hier 750.000 Euro bereitgestellt worden. In diesem Jahr seien die Tierheime auch mit Corona-Hilfen unterstützt worden. 13 Tierheime erhielten eine Förderung von rund 595.000 Euro. 

Mit Material von ML
imago0084376474h.jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Unkraut einfach weglasern - neue Möglichkeiten in der Landwirtschaft
  • Der Putenmarkt reagiert drastisch auf hohe Futterkosten und niedrige Erlöse
  • Das Winterprogramm der Niedersächsischen Landjugend ist da!
  • Investoren bedrängen Landwirte: Freiflächen-Photovoltaik

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen