Schild mit der Aufschrift Wildunfall
Ellen Hartmann | am

Wildunfall: So verhalten Sie sich richtig

Jetzt in der kalten Jahreszeit wird es wieder schneller dunkel, wodurch sich auch die Wildunfälle wieder häufen. Denn gerade jetzt ist Paarungszeit für Wildschweine und Hirsche. Daher haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie sich bei Wildwechsel richtig verhalten.

Meist passieren Wildunfälle in den frühen Abend- und Morgenstunden, da das Wild zur Äsung von Wald auf Felder zieht und danach wieder Schutz im Wald sucht. Daher sind oft Übergangsbereichen zwischen Wald- und Feldzonen Gefahrenzonen für Unfälle. Der TÜV Nord warnt vor allem Autofahrerinnen und Autofahrer davor, dass Wildschweine, Rehe und Hirsche gerade jetzt zur Paarungszeit im Herbst und Winter unberechenbar seien. 

Alle zwei Minuten kollidiert ein Auto mit einem Wildtier

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr deutschlandweit 272.000 Wildunfälle, heißt es vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV. 2019 waren es rund 295.000 und 2018 rund 278.000 Unfälle mit Wildschweinen, Rehen und anderen Wildtieren. Laut GDV kostete ein Wildunfall die Versicherer im Jahr 2020 im Durchschnitt 3.100 Euro, 2019 waren es noch 3.000 Euro. Gründe seien höhere Preise für Karosserieteile wie Kühlergrill, Kotflügel und Motorhaube. Diese müssten nach einem Unfall häufig ausgewechselt werden. Der GDV ruft daher alle Autofahrer jetzt in der Herbst- und Winterzeit zu Vorsicht auf. Kaut einer Statistik kollidiere alle zwei Minuten ein kaskoversichertes Auto mit einem Wildtier. 

Vom Deutschen Jagdverbande (DJV) heißt es übrigens, dass jedes Jahr mehr als eine Millionen Wildtiere bei Unfällen ums Leben kommen. Die meisten Unfälle gebe es mit Rehen, Kollisionen mit Wildschweinen würden aber weiter stark zunehmen.

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So können Sie einen Wildunfall vermeiden:

Gerade vorausschauendes Fahren und ein erhöhtes Gefahrenbewusstsein helfen, laut dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club e. V. (ADAC), Wildunfälle zu vermeiden. Aus diesem Grund sollten sie vor allen in den Abend und den frühen Morgenstunden während der Dämmerung vorsichtig fahren. Behalten Sie bestenfalls den Fuß bremsbereit. Wildtiere können die Geschwindigkeit eines Autos nämlich nicht einschätzen. Selbst wenn das Tier Sie sieht, könnte es auf die Straße und damit vor Ihr Auto springen. Entdecken Sie ein Tier am Straßenrand, sollten Sie daher besser langsam fahren oder abbremsen. Wichtig ist auch, dass Sie das Fernlicht ausschalten.

Kontrollierter Wildunfall: das kleinere Übel

So wird das Tier nicht geblendet, denn von dem grellen Licht bleibt das Wild meist stehen. Mit Hupen können Sie das Tier meist verscheuchen. Achten Sie jedoch auch darauf, dass Wildtiere meist in Gruppen unterwegs sind. Es könnten also auch weitere Nachzügler auf die Straße springen. Steht Wild auf der Straße sollten Sie zudem auch nicht den nachfolgenden Verkehr gefährden. Bremsen Sie nur scharf, wenn kein Auffahrunfall droht. Dennoch sollten Sie auch nicht unkontrolliert ausweisen. Dabei könnten Sie gegen einen Baum fahren oder in den Gegenverkehr geraten. Laut dem TÜV Nord ist hier der kontrollierte Wildunfall das kleinere Übel. 

Was tun bei einem Wildunfall?

Kommt es zu einem Wildunfall, sollten Sie sich an Folgendes halten:

  • Warnblinker setzen, Warnweste anziehen und Unfallstelle absichern. Dies sollten Sie auch tun, wenn das Tier geflüchtet ist.
  • Wenn es Verletze gibt, rufen Sie die 112.
  • Rufen Sie bei einem Unfall immer die Polizei (110) und geben Sie Ihren Standort durch. Kontaktieren Sie zusätzlich den zuständigen Jagdpächter. Dieser sollte Ihnen eine Wildschadenbescheinigung aushändigen
  • Fotos vom Tatort, vom Tier und von Ihrem Auto können bei der anschließenden Schadensbeurteilung hilfreich sein
  • Fassen Sie verletzte Tiere nicht an! 
  • Angefahrene Tiere dürfen vom Unfallort nicht entfernt werden. Sonst droht eine Anzeige aufgrund von Wilderei. 
Mit Material von dpa, ADAC und TÜV Nord
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