Fische im Teich
Janina Schuster | am

Wie wirkt sich Fischerei auf die Population aus?

Forscherinnen und Forscher untersuchen derzeit die Auswirkungen der Fischerei auf Fischpopulationen. Dabei sei vor allem das Herausfischen von aktiveren und größeren Fischen ein Vorteil für die kleineren und scheueren Tiere.

"Unsere Arbeit legt nahe, dass der Wettkampf zwischen Natur und Angler dazu führt, dass eher die kleinen, inaktiven und schwerer zu fangenden Hechte überleben" sagt Robert Arlinghaus, Fischereiwissenschaftler aus Berlin. Forscher des Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) untersuchten vier Jahre lang die Auswirkungen der Fischerei am Beispiel von 800 Hechten in einem brandenburgischen See.

Scheue Fische vermehren sich

Durch das Wegfangen der größeren Fische vermehren sich vor allen Dingen die Fische, die schwer zu fangen und eher scheu sind. Die Forscher haben für dieses Verhalten einen Begriff: "Schüchternheitssyndrom". Projektleiter Arlinghaus befürchtet langfristige Folgen, zu denen reduzierte Fangraten ebenso gehören, wie unabsehbare ökologische Auswirkungen. Untersuchungen in Meeren führten bereits zu ähnlichen Ergebnissen.

Fangbeschränkungen müssen angepasst werden

Anhand mathematischer Modelle zeigt Arlinghaus auf, dass Fangbeschränkungen wie Mindestmaße die Auslesewirkung der Fischerei bisher lediglich abmildern, jedoch nicht aufhalten könne. Es dürfe sich bei den Beschränkungen nicht nur um ein Mindestmaß der Größe handeln. Besser wäre, auch ein Höchstmaß festzusetzen, um die Bestände besser zu schützen. "Viele Anglervereine und Binnenfischer haben das bereits umgesetzt, um die Bestände besser zu schützen. Die Stadt Hamburg hat sogar ihre Fischereiverordnung entsprechend geändert", sagt Arlinghaus.

Drastische Regelungen

Größere Erfolgschancen für den Bestandsschutz sieht der Forscher jedoch in drastischeren Regelungen. Rotierende Fischereigebiete und Schutzgebiete für den Rückzug von gefährdeten Verhaltenstypen zum Beispiel. Dort sei die Forschung allerdings noch in den Anfängen, zumal sozioökonomische Konsequenzen für Fischer und Angler deutlich gravierender seien, als bei der Anpassung von größenbasierten Fangbeschränkungen.

Mit Material von dpa
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