Mahnwache zum Wolf vor dem Landtag in Hannover, Mann mit Wolf
Christel Grommel | am

Wolf: Landtag stimmt für Aufnahme ins Jagdrecht

In Niedersachsen will man die Rückkehr der Wölfe in den Griff bekommen - unter anderem mit der Aufnahme ins Jagdrecht. Nach emotionalen Debatten stimmte der Landtag einem entsprechenden Antrag zu.

Auch will die Koalition beim Bund bewirken, dass eine Untergrenze definiert wird, die für den Erhalt der Wölfe notwendig ist. Damit sollen "die Sorgen und Ängste der Menschen im ländlichen Raum" stärker berücksichtigt werden. 

Um die Aufnahme des Wolfes im Jagdrecht hatte es bereits Unstimmigkeiten gegeben. Jäger und Naturschützer hatten zu bedenken gegeben, dass nach EU- und Bundesrecht der Wolf unabhängig vom Jagdrecht des Landes weiterhin umfassend geschützt sei.

 

Mahnwache vor dem Landtag

Vor dem Landtag hatten sich heute einige Wolfsbefürworter zu einer Mahnwache versammelt. Auch Weidetierhalter waren vor Ort, die Olaf Lies applaudierten. 

Olaf Lies sprach vor dem Landtag mit den Gruppen und fand klare Worte: "Da wo der Herdenschutz trotz Zumutbarkeit nicht ausreicht, werden wir einzelne Tiere entnehmen müssen."

Konsequenter Schutz nötig

Olaf Lies wies im Landtag darauf hin, dass die Zahl der Wolfsrudel zuletzt um 60 Prozent pro Jahr, die der Wölfe um 30 Prozent pro Jahr gestiegen sei. Die Zahl der durch Wölfe verursachten Risse betrage mittlerweile 1.500 pro Jahr. Daher sei ein konsequenter Schutz von Herdentieren und eine Unterstützung für Weidetierhalter notwendig, Zäune allein könnten den Schutz nicht bieten. 

Er forderte ein, dass zum Thema Entnahme von Wölfen Sachlichkeit einkehren müsse. Lies sprach auch den Schutz der Jäger an, die die Entnahmen durchführen. 

Aus der CDU-Fraktion plädierte Frank Schmädeke für eine Koexistenz von Wölfen und Menschen, die durch ein Wolfsmanagement und eine Untergrenze nach französischem Vorbild erreicht werden solle. Dies liege in der Verantwortung der Regierung. "Wenn wir hier in Niedersachsen in Koexistenz mit dem Wolf leben wollen, dann gehört dazu auch, dass wir den Wolfsbestand über eine gezielte Bejagung aktiv regulieren können", so der Abgeordnete.

Der FDP-Agrarpolitiker Hermann Grupe kritisierte, die Zahl der Wölfe sei mit derzeit 350 schon heute zu hoch. "Einzelne Tiere per Ausnahmegenehmigung zu entnehmen, reicht nicht aus", so Grupe. "Der Wolf muss wie jedes andere Wildtier bejagt und auf ein erträgliches Maß reduziert werden können."

Mit Material von NDR, dpa, CDU
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