Wolf streift durch den Wald
Janina Schuster | am

Wolfsberater reagieren auf Vorwurf der Überforderung

Diese Aussage erhitzte die Gemüter: Umweltminister Olaf Lies warf den Wolfsberatern vor, sie seien überfordert. Dem widersprechen diese nun und werfen Lies politisches Kalkül vor.

In einer Landtagsdebatte kündigte der niedersächsische Umweltminister an, er wolle das Wolfsmanagement neu ordnen. Die Arbeit werde in die Hände der Landwirtschaftskammer gelegt, um die 105 ehrenamtlichen Wolfsberater zu entlasten. Die Regierung baue in Zukunft mehr auf deren Wissen und Erfahrung, wenn es um das Monitoring gehe. Die Wolfsberater aus Nord-Ost Niedersachsen sehen in dieser Entscheidung ein politisches Manöver, um potentielle CDU-Wähler auf die Seite zu bekommen.

FDP fordert intensive Bejagung

Das Thema Wolf ist nach wie vor in aller Munde, vor allen Dingen im niedersächsischen Landtag. In einer aktuellen Stunde forderte die FDP, den Wolf intensiver zu bejagen. Dieser sei in Niedersachsen nicht mehr gefährdet und breite sich ungehindert aus, so deren Agrarexperte Herman Grupe. Er kritisierte, dass man die Gefährdung von Weidetieren und das Zurückdrängen der Wildtiere nicht zulassen könne und der Wolf somit wie jedes bejagbare Wild bejagd werden könne.

Alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft

Dem entgegnete der CDU-Abgeordnete Frank Schmädeke, dass alle rechtlichen Möglichkeiten verhaltensauffällige Wölfe zu entnehmen, ausgeschöpft seien. Um den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, wurde bereits im Februar ein Antrag auf den Weg gebracht. Nun gehe es darum eine Untergrenze zu definieren, die für den Erhalt der Wölfe nötig sei. Darauf wirke die Landesregierung beim Bund hin, so Schmädeke.

Der Wolf in Niedersachsen

Derzeit leben in Niedersachsen 39 Wolfsrudel, ein Wolfspaar und zwei Einzelwölfe. Man kann davon ausgehen, dass Begegnungen zwischen Mensch und Wolf auch weiter vorkommen und sogar zunehmen werden. Auch die Zahl der Übergriffe von Wölfen auf Weidetiere stieg an. 2012 lag sie noch bei acht Übergriffen. In diesem Jahr wurden bereits 230 Übergriffe registriert.

Mit Material von NDR
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