Schafherde Deich

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Christel Grommel | am

Wolfsmanagement: Halsbänder statt Abschuss?

Im Streit um das Wolfsmanagement gibt es einen neuen Vorschlag vom Bundesumweltministerium. Der stößt nicht überall auf Begeisterung.

Die Zahl der Wolfsrisse steigt, trotz immer höherer Zäune. Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter sind mürbe und denken ans Aufgeben, Wolfsbefürworter sehen kein Problem, die Politik muss Lösungen finden. Ganz besonders an Deichen und der Küste ist der Herdenschutz eine sehr schwierige Herausforderung.

Sogenannte „Problemwölfe“ dürfen mit Ausnahmegenehmigung entnommen werden. Ein Bestandsmanagement, das einen präventiven Abschuss erlaubt, damit die Zahl der Rudel klein bleibt, ist allerdings nicht dem EU-Recht vereinbar. Wolfsfreie Zonen etwa entlang der Deiche sind daher nicht machbar. Josef Tumbrinck, Unterabteilungsleiter Naturschutz im Bundesumweltministerium (BMU), brachte nun eine neue Idee für den Herdenschutz ins Spiel.

Vitalhalsbänder sollen Halter rechtzeitig warnen

Tumbrinck nannte Vitalhalsbänder mit GPS-Sendern, die einigen Schafen in der Herde umgelegt werden könnten. Über diese könnten Schäfer gewarnt werden, wenn unter den Schafen etwa wegen eines Wolfsangriffs Panik ausbreche oder die Wiederkäuer aus ihrer abgesteckten Fläche ausbrechen. Das Bundesumweltministerium setze darauf, dass in den kommenden Jahren für den Herdenschutz mit technischen Entwicklungen viel zu erreichen sei. Zäune könnten nicht immer höher werden, so Tumbrinck.

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Fitnessprogramm für Schäfer

Die CDU in Niedersachsen reagierte wenig begeistert auf den Vorschlag. „Das Bundesumweltministerium muss Lösungen für wolfsfreie Zonen finden und nicht Schäfer mit Vitalhalsbändern zum Fitnessprogramm zwingen. Wir erwarten, dass Berlin konstruktive Lösungen präsentiert und wir dabei vom niedersächsischen Umweltministerium unterstützt werden“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martin Bäumer. Der Vorschlag zeige, wie weltfremd und abgehoben das BMU inzwischen sei. Statt Lösungen finde das Ministerium nur Probleme.

Mit Material von dpa, NOZ, CDU

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