Während der Behandlung sorgt Veronica Sinz‘ Kollegin dafür, dass der Kopf des Pferdes möglichst ruhig auf dem Bock liegt.
Katharina Treu | am

Zahngesundheit beim Pferd: Darum ist sie so wichtig

Der Blick ins Pferdemaul lohnt sich, egal ob geschenkt oder gekauft. Warum die Zahngesundheit unserer Freizeit- und Sportpartner die Arbeit mit ihnen beeinflusst, erklärt uns Veterinärmedizinerin und Zahnexpertin Veronica Sinz.

Der Kopf des 4-jährigen Schimmelwallachs wird immer schwerer und die Hinterhand schwankt leicht – die Sedierung zeigt ihre Wirkung. Heute steht eine routinemäßige Untersuchung des Pferdegebisses an, wie man sie ein bis zweimal jährlich bei jedem Pferd durchführen lassen sollte. Veronica Sinz ist Veterinärmedizinerin und hat sich auf Pferde spezialisiert. Neben ihrer Tierarztpraxis betreibt sie das Gestüt Lichtenmoor in Heemsen mit Deckstation, sowie einem Rehazentrum für erkrankte Pferde.

Pferde bekommen vom Zahnarzt eine Sedierung

Nach der Sedierung wird dem jungen Pferd das sogenannte Maulgatter angelegt, eine Art Halfter mit Maulsperre, sodass die Untersuchung für Pferd und Zahnarzt ungefährlich bleibt. „Die Sedierung hilft uns, dass die Kiefermuskulatur des Patienten locker ist und das Aufsperren des Mauls dadurch nicht unangenehm und schmerzlich ist“, erklärt die Tierärztin. Grundsätzlich wird jedes Pferd bei einer zahnärztlichen Behandlung ruhiggestellt. Nur wenige Ausnahmen führt die Tierärztin ohne die Sedierung durch. Besonders alte Pferde mit einem schwachen Herz-Kreislaufsystem zum Beispiel oder nur sehr kurze Blicke ins Maul. „Für das Pferd und seine Psyche ist es einfach schonender, wenn es etwas schläfrig ist und nicht alles mitbekommt“, sagt Veronica Sinz.

Scharfe Kanten müssen weg

Dem Schimmelwallach sieht man den schläfrigen Zustand an, er atmet ruhig und die Augen fallen halb zu. Bevor sein Kopf auf eine Art Bock gelegt wird, so dass ein guter Blick ins Maul gelingt, wird das Pferdemaul mit einer großen Spritze und warmen Wasser von eventuellen Futterresten gesäubert. Auf dem Bock abgelegt, fühlt die Zahnärztin zunächst mit der Hand nach scharfen Zahnspitzen im Pferdemaul und schaut sich danach das Gebiss in Gänze an. Dabei hilft ihr die Kopflampe. Der junge Schimmel hat Glück – sein Gebiss weist lediglich ein paar scharfe Kanten auf, ansonsten sehen die Zähne gut aus. Aber die scharfen Kanten müssen weg, sie können beim Fressen die empfindliche Mundschleimhaut reizen und zu Schmerzen führen. Auch beim Reiten kann es für das Pferd unangenehm sein, mit scharfen Zahnspitzen ein Gebiss im Maul zu tragen.

Warum es für Veronica Sinz wichtig ist, das Pferd ganzheitlich zu betrachten und welche Folgen Zahnentzündungen für das Verhalten von Pferden haben können, lesen Sie im ausführlichen Fachartikel. Testen Sie dafür kostenlos und unverbindlich die digitale Ausgabe der LAND & FORST!

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