Ziegen

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Ellen Hartmann | am

Ziegen wollen beschäftigt werden

Experten untersuchten die Lernfähigkeit von Ziegen - mit verblüffenden Ergebnissen.

In einer Studie wurde das Verhalten von Milchziegen und Zuchtziegen untersucht und miteinander verglichen. Um herauszufinden, wie die Tiere auf zwei unterschiedliche Belohnungsvarianten reagieren, wurden sie jeweils einzeln in einen Raum mit zwei Schiebetüren geführt. Dabei war die eine Tür geöffnet, die andere sollten die Ziegen mit dem Maul öffnen, um so an ungekochte Nudeln zu gelangen.

Dabei kam heraus: Ziegen stellen sich gerne Herausforderungen und Denksportaufgaben - besonders, wenn sie dafür belohnt werden.

Ziegen strengen sich für Belohnung an

Insgesamt 30 Milchziegen und 27 Zwergziegen haben an diesem Experiment teilgenommen. Die hier beteiligten Milchziegen sind Saanenziegen und Gämsfarbige Gebirgsziegen sowie eine Mischung aus beiden Rassen. Beide Rassen sind für eine hohe Milchleistung gezüchtet.

Im Erprobungszeitraum hatten die Ziegen jeder Zeit freien Zugang zu Nahrung, um zu vermeiden, dass sie während der Analyse hungrig werden. Zudem wurden die Tiere bereits durch andere Experimente daran gewöhnt, Schiebetüren mit dem Maul zu öffnen.

Weiter konnten die Experten feststellen: Wenigstens ein von zehn Mal haben sich 53 der insgesamt 57 Ziegen dafür entschieden, die Tür zu öffnen, um an ihre Belohnung zu gelangen.

Milchziegen verhalten sich anders als Zwergziegen

Das Verhalten von Milch- und Zwergziege konnte außerdem unterschiedlich bewertet werden: Während die Milchziegen gleichbleibend an der geschlossenen Tür interessiert waren, wählten die Zwergziegen die geschlossene Tür anfangs noch zögerlich, dann aber zunehmend häufiger. Mit dem Interesse der Zwergziegen sei bereits gerechnet worden, überrascht waren die Forscher hingegen von den Milchziegen:

So wurde erwartet, dass die für hohe Milchleistung gezüchteten Nutztiere ihre Energie sparen und weniger motiviert sein würden, sich für eine Belohnung anzustrengen. Vor allem, wenn dieselbe Belohnung auch ohne Anstrengung zur Verfügung steht.

Positive Gefühle

Die Ergebnisse basieren auf dem sogenannten „contrafreeloading“. Damit ist das Verhalten der Tiere gemeint, sich anzustrengen, eine begehrte Ressource zu finden, als sie vorgesetzt zu bekommen.

„Wir nehmen an, dass die Tiere diese Verhaltensweise an den Tag legen, weil das Lösen einer Aufgabe und die damit verbundene Kontrolle über ihre Umwelt positive Gefühle auslösen“, erklärt Dr. Nina Keil vom Forschungsteam. „Sie ziehen daraus wohl eine Befriedigung, die die zusätzliche Anstrengung aufwiegt.“

Finanziert wurde die Studie vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Mit Material von itw
Weide mit Ziegen

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