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Laura Schneider | am

Zoonosen – Wenn Krankheitserreger von Tieren auf Menschen überspringen

Nutztiere können dazu beitragen, dass neue Infektionskrankheiten entstehen. Doch für die moderne Tierhaltung gibt es Mittel und Wege, um dieses Risiko möglichst gering zu halten.

Die Coronakrise zeigt, welche massiven Auswirkungen neuartige Krankheitserreger haben können. Bei vielen neu auftretenden Krankheiten handelt es sich wie beim Coronavirus um ZoonosenInfektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragbar sind.

Rund zwei Drittel aller Erreger, die Erkrankungen beim Menschen hervorrufen, sind Zoonose-Erreger. Bei den neu auftauchenden Infektionskrankheiten („emerging infectious diseases“) sind es sogar drei Viertel.

Beispiele für Zoonosen sind Tollwut, Salmonellose, HIV/AIDS oder Ebola. Sie kommen weltweit und bei den unterschiedlichsten Tierarten vor. Mögliche Erreger sind Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten.

Die Rolle der Nutztiere

Bei der Entstehung von Zoonosen spielt auch die Erzeugung von Lebensmitteln tierischer Herkunft eine Rolle. Auch Nutztiere können Erreger auf den Menschen übertragen und an der Entstehung von Zoonosen beteiligt sein.

Schweine stellen dabei eine besondere Gefahrenquelle dar: Jedes Virus hat ein bestimmtes Spektrum an Wirtsorganismen, die es infizieren kann. Schweine sind aber auch für Influenzaviren von Menschen und Vögeln empfänglich und eignen sich daher bestens, um Viren von Mensch, Schwein und Vogel zu vermehren und neu zu sortieren.

Neue Viren entstehen

Ist eine Wirtszelle zur gleichen Zeit mit zwei verschiedenen Viren infiziert, vermischt sich das genetische Material der Elternviren und es kann aus einer Vielzahl neuer Kombinationsmöglichkeiten ein neues Virus entstehen.

Dieses kann unvorhersehbare Eigenschaften haben wie die Fähigkeit, die Artenbarriere zu durchbrechen und Menschen zu infizieren. Eine mögliche Folge ist eine globale Pandemie wie im Jahr 2009 mit der Schweinegrippe.

Biosicherheit schützt vor Zoonosen

Ein hohes Maß an Biosicherheit hilft, das Zoonose-Risiko in der Tierhaltung gering zu halten. Das bestätigte Prof. Thomas Mettenleiter, Präsident des FLI, im Interview mit dem Fachmagazin agrarheute. „Wenn der Bestand biosicher gehalten wird, reduziert das die Gefahr drastisch, dass Infektionen von außen eindringen.“

Prof. Thomas Blaha, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, erläuterte kürzlich bei einem Online-Fachgespräch der Partei Bündnis 90/Die Grünen, dass sich die Problematik der Zoonosen in den vergangenen Jahrzehnten verbessert hat. „Die Problematik hat sich entschärft – vor allem da, wo Landwirtschaft qualitätsgesicherter und abgeschotteter geworden ist.“

Biosicherheit, Sachkunde und Früherkennung

Die Entstehung von Zoonosen sei in den heutigen modernen Produktionstypen unwahrscheinlich. Sie würden eher in traditionellen, nicht spezialisierten Tierhaltungen ohne Biosicherheit und mit vielen wechselnden Mensch-Tier-Kontakten entstehen.

In Biosicherheit und Sachkunde in Kombination mit den heutigen Methoden zur Früherkennung sieht Blaha großes Potenzial, um weitere Zoonosen zu vermeiden.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 07/2021 und in der digitalen AusgabeAußerdem finden Sie dort Argumente für Diskussionen zum Thema und ein Interview mit Prof. Dr. Wilfried Brade mit weiteren Informationen zu Zoonosen und dem One-Health-Konzept.

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