Weide mit Schafen
Christel Grommel | am

Zukunft der Weidetierhaltung gefährdet

Am Sonntag, 6. September, findet der "Tag der offenen Weide" statt. Dort wird es um die Zukunft der Weidetierhaltung und die Wolfsproblematik gehen.

"Alle Weidetierhalter sind aufgerufen mitzumachen – auch Nebenerwerbs- und Hobbybetriebe. Denn nur gemeinsam können wir etwas bewegen!" Mit diesen Worten lädt der Vorsitzende des Fördervereins der deutschen Schafhaltung (FDS) die Besucher ein. 

Die Weidetierhalter wollen mit der bundesweiten Aktion über den aktuellen Stand der Weidetierhaltung in Deutschland informieren. Laut FDS-Vorsitzendem Schmücker sei dieser dramatisch. Die Existenz der Weidetierhaltung sei nicht gesichert und die physischen und psychischen Belastungen seien schwer auszuhalten. "Anstatt einer Besserung kommen immer neue Auflagen auf uns Weidetierhalter zu", klagt Schmücker. 

Das Problem mit dem Wolf

Erwartungsgemäß werden auch um die Probleme mit dem Wolf Thema sein. "Aufgrund der aktuellen Wolfsproblematik steht inzwischen der Erhalt der gesamten Weidetierhaltung auf dem Spiel. Auch darüber möchten wir mit dem Aktionstag informieren, uns der Bevölkerung öffnen und vor allem die Probleme verdeutlichen – denn so kann es nicht mehr weitergehen", sagt Schmücker, der selbst 640 Schafe hält. 

Für Schmücker ist es wahrscheinlich, dass es in zehn Jahren keine Schafhaltung in Deutschland mehr geben wird, wenn die Politik in der Wolfsfrage stur bleibt. Er könne sich derzeit keine friedliche Koexistenz mehr vorstellen. "Allein bei mir wurden in den vergangenen zwei Jahren 28 Tiere gerissen. Man ist es leid, morgens zur Weide zu kommen und zerfetzte und gerissene Schafe, Ziegen, Pferde, Rinder oder Kälber vorzufinden", macht er eindrücklich klar. 

Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers fordert Handeln von Bund und Ländern. Es müsse rechtssicher möglich sein, übergriffige Wölfe zügig zu schießen. Dazu müssten sämtliche Ausnahme-möglichkeiten des strengen Artenschutzes genutzt werden, die das europäische Recht biete. Er sieht den günstigen Erhaltungszustand für Wölfe in Deutschland mittlerweile erreicht und die Zeit für eine Übernahme des Wolfs ins Jagdrecht gekommen.

"Ich erwarte, dass die Bundesregierung sich auf europäischer Ebene dafür einsetzt, den Schutzstatus für Wölfe im EU-Recht herabzustufen. Wir brauchen mehr Handlungsspielräume für ein aktives Wolfsmanagement", so Ehlers.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

Beschützer der Schafe vor dem Wolf

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