Weizenlager in der Ukraine

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Eva Eckinger | am

Ukraine: Russland betreibt Getreidediebstahl in großem Stil

Die Ukraine wirft Russland den massenhaften Diebstahl von Getreide in den besetzten Regionen vor. Auch für den Export ins Ausland sieht es derzeit sehr schlecht aus.

Wie das Nachrichtenportal Agra Europe (AgE) berichtet, wirft die ukrainische Regierung Russland den massenhaften Diebstahl von Getreide in den besetzten Landesteilen vor.

Landwirtschaftsminister Solskij habe am Wochenende Berichte bestätigt, wonach in den letzten Wochen bereits hunderttausende Tonnen Getreide gegen den Willen der Besitzer in Richtung Osten abtransportiert worden seien. Betroffen seien die Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja.

Diebstahl von Getreide: Russland nehme Hungersnöte in Kauf

Laut dem stellvertretenden Agrarminister Vysotsky befinden sich dort noch rund 1,5 Millionen Tonnen Getreide in den landwirtschaftlichen Lagern. Diese waren teilweise für die Aussaat, überwiegend aber für die Versorgung der dortigen Mühlen und Bäckereien gedacht.

Er wies darauf hin, dass in diesen Regionen keine strategischen Nahrungsmittelreserven oder weitere Getreidevorräte vorhanden seien. Russland würde damit also bewusst Nahrungsmittelknappheiten bis hin zu Hungersnöten in Kauf nehmen.

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Russland: Wie die Sowjetunion in der Stalinzeit

Nach Ansicht Vysotskys stelle sich Russland damit in eine Reihe mit der Sowjetunion der Stalinzeit, die schon einmal in voller Absicht eine Hungersnot in der Ukraine ausgelöst habe.

Er kündigte laut AgE an, dass man diese Diebstähle nach der „Taktik des frühen 20. Jahrhunderts“ dokumentiere und internationalen Gerichten vorlegen werde. Auch die materiellen Schäden, die den Bauern entstünden, werde man einklagen.

Keine Versorgungsengpässe: In ukrainischen Gebieten ausreichend Getreide

In den von Kiew kontrollierten Gebieten drohen laut Vysotsky keine Versorgungsengpässe, da man noch über reichliche Getreidevorräte aus der alten Ernte verfüge. Diese würden im Notfall für zwei Jahre zur Ernährung der dortigen Bevölkerung ausreichen. Überschüsse und einen großen Teil der neuen Ernte werde man für Exporte nutzen können.

Letzteres werde laut AgE jedoch maßgeblich von der Aufhebung der russischen Blockade ukrainischer Seehäfen abhängen. Danach sehe es allerdings vorläufig nicht aus. Im Gegenteil: Die ukrainische Regierung hat heute sogar offiziell die vorläufige Schließung der Schwarzmeerhäfen von Berdjansk, Mariupol, Skadowsk und Cherson beschlossen, da die Sicherheit der Frachtschiffe vor Ort nicht gewährleistet werden könne.

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