Protestcamp in Vechta von Tierschützern, Zelte auf Wiese
Christa Diekmann-Lenartz | am

Vechta: Aktivisten polarisieren auch in der Landwirtschaft

Seit Montag hat das umstrittene Protestcamp vom "Bündnis gegen die Tierindustrie" seine Zelte am Hartenbergsee in Goldenstedt, Landkreis Vechta, aufgeschlagen. Auch auf landwirtschaftlicher Seite sorgt dies für eine "Polarisierung".

Das Spektrum der Teilnehmer reicht – laut Franziska Klein aus dem Organisationsteam des Camps, von Tierrechtsaktivisten über Gewerkschaftler bis hin zu Klimaaktivisten. Inzwischen sind dort rund 250 Teilnehmer/-innen vor Ort. Der Protest des Camps richtet sich gegen die Megaunternehmen der "Tierindustrie", die "der einzige Profiteur des derzeitigen Systems der Tierhaltung" seien. Die PHW Gruppe (Wiesenhof) aus dem benachbarten Rechterfeld stehe symbolisch für diese Megaunternehmen.

Sollten Landwirte das Gespräch mit Aktivisten suchen?

Ziel von "Bündnis gegen die Tierindustrie" ist ein vollständiger Ausstieg aus der Nutztierhaltung. Bis jetzt ist das Camp friedlich verlaufen, jedoch wurden "Aktionen des zivilen Ungehorsams" angekündigt. In einem Presseinterview hatte Klein heimliche Film- und Fotoaufnahmen aus Tierställen befürwortet.

Die extreme Haltung der Campteilnehmer in Sachen Tierhaltung sorgt auch auf landwirtschaftlicher Seite für eine "Polarisierung". Die LAND & FORST stellte auf Facebook die Frage, ob man als Landwirt/Tierhalter das Gespräch mit den Aktivisten suchen soll – oder ob das keinen Sinn macht.

Rund 80 % der Rückmeldungen waren ein eindeutiges "Nein". "Mit Aktivisten zu diskutieren ist völlig sinnlos, denn sie sind an Fakten und der Realität absolut nicht interessiert" wurde dort kommentiert oder "Mit Terroristen diskutiert man nicht."

Immerhin etwa 20 % der Rückmeldungen besagten, dass man auch mit Vertretern extremer Positionen diskutieren soll.

Wie funktioniert ein offener Dialog?

In einem Beitrag heißt es: "Ja, diskutieren, aber nicht um Extremisten umzustimmen (das schafft man eh nicht) sondern damit Außenstehende, interessierte Leute BEIDE Seiten hören. Während Tierschutzvereine für Laien verständliche Texte schreiben, haben Bauernverband & Co lange nichts getan, und Fachartikel sind für Laien nicht begreifbar. Folglich kennen die Leute die Argumente der Tierrechtler sehr gut, die der Landwirte kaum bzw. nehmen diese unter dem Einfluss von Vorurteilen wahr."

Die PHW-Gruppe äußert sich auf eine Anfrage der LAND & FORST eindeutig: "Jeder hat selbstverständlich das Recht auf Demonstrationsfreiheit und wir sind jederzeit offen für Gespräche mit allen friedlichen Anspruchsgruppen. Der Aufruf zu zivilem Ungehorsam sowie u.a. zur Enteignung ist keine gute Grundlage für ein zielführendes offenes Gespräch."

Vechta_Protestcamp.jpg
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