Aldi-Discounter

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Christel Grommel | am

Wegen teurer Dünge- und Futtermittel: Aldi und Rewe erhöhen Preise

Tanken und Heizen haben sich als Folge des Angriffskriegs in der Ukraine verteuert. Nun werden auch Lebensmittel deutlich teurer. Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht abzusehen.

Die Lebensmittelpreise in Deutschland dürften nach Einschätzung der Handelsbranche weiter deutlich zulegen. Beim Discounter Aldi wird das schon ab Montag umgesetzt.

Schon vor Ausbruch des Ukraine-Krieges seien im Handel die Preise „über die Produktpalette hinweg“ um gut fünf Prozent gestiegen, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Dies sei Folge der gestiegenen Energiekosten gewesen. „Die zweite Welle an Preissteigerungen kommt, und die wird sicherlich zweistellig“, sagte Sanktjohanser.

Erste Handelsketten hätten schon damit begonnen, Preise anzuheben. Er prognostizierte, es werde „erst einmal keine anhaltende Abwärtsbewegung mehr bei den Preisen geben“. Aldi, Edeka und Globus hatten bereits Preiserhöhungen angekündigt. 

Welche Lebensmittel werden ab Montag teurer?

Aldi erhöht ab Montag erneut die Preise: Fleisch, Wurst und Butter werden dann „deutlich teurer“, wie Aldi-Nord-Kommunikationschef Florian Scholbeck der dpa in Essen sagte. Grund hierfür seien höhere Preise, die Aldi seinen Lieferanten zahlen müsse.

„Seit Beginn des Ukraine-Krieges gibt es Sprünge bei den Einkaufspreisen, die wir so noch nicht erlebt haben.“ Dies liege auch daran, dass sich Futter- und Düngemittel sowie Energie verteuert hätten. Das wiederum bekämen die Landwirte bei ihrer Viehhaltung und die fleischverarbeitende Industrie zu spüren. Die Erhöhungen fallen je nach Produkt unterschiedlich aus.

Ist die Lebensmittelversorgung in Deutschland gesichert?

Aldi hatte bereits vor zwei Wochen die Preise für etwa 160 Artikel erhöht, eine Woche später verteuerten sich 20 weitere Artikel. Wettbewerber zogen nach. Aufgrund der Situation auf den Weltmärkten ließen „sich steigende Verkaufspreise in der gesamten Branche [...] nicht immer vermeiden“, teilte zum Beispiel Edeka vergangene Woche mit. Laut einer unlängst publizierten Befragung des Ifo-Instituts planen fast alle Firmen aus Deutschlands Nahrungs-Einzelhandel Preiserhöhungen. 

 

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Auch Handelsriese Rewe erhöht Preise

Der Handelsriese Rewe mit seiner Discounttochter Penny hat für einzelne Warengruppen und Artikel höhere Verkaufspreise angekündigt. "Wir sind aktuell mit einer Vielzahl von steigenden Kosten bei Rohstoffen, Energie und Logistik sowie Preiserhöhungen der Lebensmittelindustrie und Lieferanten konfrontiert", begründete ein Unternehmenssprecher der Rewe Group die angekündigten Erhöhungen.

Wann und in welcher Höhe das passiert, sagte der Sprecher noch nicht. Er betonte, dass man nur dort die Verkaufspreise anheben werde, wo es tatsächlich einen "hohen Kostendruck" gebe. Ohne gestiegene Kosten werde man von Herstellern und Lieferanten keine höheren Preise akzeptieren.

DBV: Lebensmittel-Preiserhöhungen notwendiger Schritt

Die angekündigten Preiserhöhungen für Lebensmittel im Einzelhandel seien ein notwendiger und folgerichtiger Schritt. Aber: Jetzt käme es auch darauf an, dass das Geld nicht in der Vermarktungs- und Verarbeitungskette hängenbliebe, sondern auch auf den Betrieben ankommt, sagte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands (DBV), Bernhard Krüsken. Die vom Discounter Aldi vorgesehenen Anpassungen seien ein überfälliges Signal. Sie spiegelten nicht nur Marktverwerfungen und Kostensteigerungen in der Erzeugung wider, sondern auch erste Kosten des Umbaus der Branche hin zu einer nachhaltigeren Produktion.

Die Bundesregierung erklärte, generell würden alle Marktentwicklungen beobachtet. Sie verwies auf das gerade von der Koalition beschlossene zweite Entlastungspaket in Milliardenhöhe. Dieses sehe besonders auch Zuschüsse für Bezieher von Sozialleistungen vor, wie ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte.

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